"Ich habe keine Zeit zu verlieren"
Bundesbildungsministerin Karin Prien über ihr Ringen mit den Ländern um verbindliche Bildungsziele und Kita-Qualität, warum der Bund nicht mehr unkonditioniert zahlen soll, was Kinder im digitalen Alltag schützt – und weshalb sie "Demokratie leben" trotz massiver Kritik umbauen will.

Karin Prien war Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Seit Mai 2025 steht die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende an der Spitze des neu zusammengesetzten Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Foto: Dominik Butzmann/BMBFSFJ/photothek.de.
Frau Prien, vor genau einem Jahr haben Sie Ihr Büro hier im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren und Jugend (BMBFSFJ) bezogen. Ein Ministerium, das thematisch so breit ist wie sein Name lang. Haben Sie noch Spaß an Ihrem Job?
Selbstverständlich bin ich nach wie vor beseelt von der Chance, die gerade der neue Zuschnitt des Ministeriums bietet: eine ganzheitliche und generationenübergreifende politische Strategie im Bereich Bildung, Jugend und Familie – mit umfangreichen Schnittstellen zu Frauen, Gleichstellung und Senioren. Wir können Silos aufbrechen, themenübergreifend arbeiten, Veränderungsbereitschaft und Veränderungsgeschwindigkeit sichtbar machen. Das finde ich reizvoll. Und das macht Spaß.
Das macht Spaß, auch wenn die kürzlich beschlossenen Eckpunkte zum Haushalt 2027 und zur mittelfristigen Finanzplanung keine Priorität für Ihre Themen erkennen lassen?
Vorweg: Ohne jeden Zweifel braucht es jetzt eine starke Konzentration auf den Verteidigungsbereich. Das hat sich keiner von uns gewünscht oder ausgesucht, aber das ist die Realität. Der Aufwuchs dort ist überproportional, dramatisch überproportional. Aber er ist eben auch Ergebnis von Versäumnissen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Dazu müssen alle Ressorts ihren Beitrag leisten. Auch finde ich die Sichtweise zu eindimensional, einfach zu schauen, ob der Bund in absoluten Beträgen mehr Geld für Bildung, Jugend oder Familie ausgibt oder nicht. Vergessen Sie nicht, dass zugleich die Länder, die in erster Linie zuständig sind für Bildung, über die Lockerung der Schuldenbremse zusätzliche Spielräume erhalten haben – während eben jene Lockerung der Schuldenbremse die Spielräume für den Bund einschränkt. Das ist eine Prioritätensetzung. Die Länder müssen dann eben auch ihrer Verantwortung nachkommen.
Sie klingen angesichts der Haushaltslage erstaunlich zufrieden.
Ich verhehle nicht, dass ich mir sehr gut noch ...
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