Solche Vorwürfe sind infam
Hat Bildungssenator Ties Rabe die Veröffentlichung einer Studie zu einem Corona-Ausbruch an einer Hamburger Schule unterdrückt? Und was bedeuten deren Ergebnisse für seine These, die meisten Schüler steckten sich außerhalb der Schule an? Ein Interview.

Ties Rabe (SPD) ist Gymnasiallehrer und seit 2011 Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung. Foto: Daniel Reinhardt / Senatskanzlei Hamburg.
Herr Rabe, haben Sie eine Studie zum Ausbruchgeschehen an einer Hamburger Schule absichtlich unterdrückt?
Solche Vorwürfe sind infam. Irgendwer setzt sie in die Welt, und alle schreiben sie ab. Ich habe nichts unterdrückt, und wir haben keine Informationen zurückgehalten.
Dann erklären Sie doch mal, wie es dazu kommt, dass erst über eine auf der Plattform "Frag den Start" veröffentlichte Anfrage herauskam: Die fast 40 Corona-Infektionen an der Heinrich-Hertz-Schule im September waren überwiegend auf eine einzige Person zurückzuführen – während Sie noch Mitte November gesagt haben, viele der Schülerinnen und Schüler hätten sich außerhalb der Schule angesteckt.
Das eine hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun. Ich habe auf einer Pressekonferenz Mitte November dargestellt, dass sich zwischen Sommer- und Herbstferien in Hamburg 372 Schülerinnen und Schüler aus 171 Schulen mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Davon wurden nach unseren Recherchen ...
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Kommentare
#1 - Lieber Herr Rabe,Sie sind ein sehr schlechtes Beispiel für…
Sie sind ein sehr schlechtes Beispiel für die Kinder, deren Bildung Ihnen so am Herzen liegt.
Was die moralische Bildung angeht, sollte man, wen man beim Vertuschen erwischt wurde, auch dafür geradestehen.
Und wir sollten Heranwachsende zwar zur Meinungsbildung führen, aber nicht Tatsachenverdrehen vormachen.
#2 - Lieber Herr Wiarda, ich schätze ihre Berichterstattung zum…
Das Wissen um diese Zahlen rückt, das Infektionsgeschehen in ein ganz anderes Licht! Hört man "fast 40 Infizierte" und denkt, es wäre eine kleine Schule klingt das viel bedrohlicher. Ich habe einen Sohn an dieser ...
#3 - Liebe Frau Haegele,zunächst und vor allen Dingen werden…
zunächst und vor allen Dingen werden Sie und Ihre Familie hoffentlich einen schönen Ausklang dieses für uns alle herausfordernden Jahres genießen und im kommenden Jahren mit weniger beruflichen wie privaten Unannehmlichkeiten konfrontiert sein!!!
Im Hinblick auf Ihre Feststellung zu <Meinungssachen> und <handwerklichen Fehlern> [sic!] ("Ist das spektakulär? 34 von 1800? Meinungssache. Die Größe der Schule in der Berichterstattung nicht zu erwähnen ist aber mindestens ein handwerklicher Fehler.") erscheint es mir persönlich durchaus spektakulär, dass einerseits ein Inzidenzswert von 50 je 100.000 Einwohnern*innen angestrebt wird, um das öffentliche Leben als "sicher" deklarieren zu können und andererseits 34 Infizierte ...
#4 - @Anja Haegele: Danke für Ihre Schilderung! Ich habe…
Ob es nun 25 oder 34 Schüler sind, die an einer Schule positiv getestet wurden, ist dabei m.E. gar nicht so entscheidend (natürlich erst recht nicht bei 1800 Schülern). Viel wichtiger erscheint mir, dass es an 151 von 171 Schulen nur jeweils einen infizierten Schüler innerhalb des Infektionszeitraums und der Jahrgangsstufe gegeben hat und somit sehr wahrscheinlich ...
#5 - @Klaus Geiger: Wenn Sie mit dem Inzidenzwert von 50 je…
#6 - Was mich an Herrn Rabes Zahlen doch sehr stutzig macht, ist…
Könnte es sein, dass Herr Rabe alle Fälle mit ungeklärtem Infektionsort der Kategorie "außerhalb der Schule" zugeordnet hat? Das würde ...
#7 - Sehr geehrter Herr Dr. Wiarda,vielen Dank für dieses…
vielen Dank für dieses Interview. Interessant fände ich in diesem Zusammenhang noch die Ergebnisse der anderen Genomsequenzierungen, die im Rahmen der Reihentests in Hamburg durchgeführt wurden. (Vgl. z.B. https://www.max-schmeling-stadtteilschule.de/unsere-schule/aktuelles/detail/corona-informationsbrief-der-schulleitung.html) Diese Ergebnisse müssten ja theoretisch auch schon seit Anfang Dezember vorliegen und wären ein wichtiger Hinweis dafür, ob es sich bei den Infektionen an der Heinrich-Hertz-Schule um einen vermeintlichen Einzelfall handelt. Vielleicht könnten Sie dem Herrn Senat Rabe diese Frage nachreichen. Vielen Dank!
#8 - @Felix Oberski: Vielen Dank für diese Info! Das Ergebnis…
@Jörg Härterich: In der Corona-Info der MaxS heißt es, die Infektionen seien "so breit gestreut und auf so viele Klassen verteilt, dass das Gesundheitsamt derzeit annimmt, dass die Ansteckungen vorwiegend im privaten Bereich erfolgt sind und nicht in der Schule." Ich würde Ihnen jedoch zustimmen, dass nicht alle Fälle mit ungeklärtem Infektionsort einfach der Kategorie "außerhalb der Schule" zugeordnet werden sollten (falls dies geschehen ...
#9 - @René Krempkow: Der Kern meiner "Argumentation" war…
Auch die von Ihnen benannte Einordnung des untersuchten Einzelphänomens in die Gesamtheit an schulischen Bildungseinrichtungen führt meiner Auffassung nach zu keiner gesicherten Erkenntnis darüber, inwiefern sich die dortigen Alltagskontakte als mehr oder weniger harmlos bzw. gefährlich identifizieren lassen.
Hier müssten dann zumindest auch vollumfassend identische Analyseparameter und -grundlagen ...
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