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Die Stäwiko hat ihren ersten Eklat

Kaum waren die Mitglieder des neuen Beratungsgremiums gewählt, gingen zwei ostdeutsche Kultusminister an die Öffentlichkeit: Eine Kommission ohne ostdeutschen Wissenschaftler sei nicht hinzunehmen.

DIE MITGLIEDER der neuen Ständigen wissenschaftlichen Kommission (Stäwiko) der Kultusministerkonferenz sind gerade gewählt, und schon gibt es den ersten Eklat. Die Bildungsminister von Sachsen-Anhalt und Sachsen machten im Anschluss an die KMK-Sitzung am Nachmittag öffentlich, dass sie gegen die Vorschlagsliste der Findungskommission gestimmt hätten, weil darin kein einziger Vertreter einer ostdeutschen Universität enthalten gewesen sei. KMK-Präsident Britta Ernst wies die Kritik zurück.

"Im 31. Jahr der Deutschen Einheit ist es nicht akzeptieren, dass angeblich kein Wissenschaftler aus den neuen Ländern die Kriterien erfüllen könne", sagte Sachsen-Anhalts CDU-Bildungsminister Marco Tullner, weshalb sein Bundesland den Besetzungsvorschlag abgelehnt habe. Dass dies nicht alle ostdeutschen Länder getan hätten, "ist für mich völlig unverständlich".

Sein sächsischer Amtskollege Christian Piwarz (CDU) bescheinigte der Stäwiko aufgrund ihrer Zusammensetzung einen "Fehlstart". Piwarz begründete sein Nein wie folgt: "Wenn das Gremium, bestehend aus 12 Personen, keine einzige wissenschaftliche Expertise aus einer ostdeutschen Universität repräsentiert, ist das kein gutes Zeichen." Ein Teil der Bevölkerung Deutschlands und deren Bildungserfahrungen seien damit nicht vertreten, obwohl es deutliche Unterschiede zwischen der westdeutschen und ostdeutschen ...

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Kommentare

#1 -

Falk Radisch | Do., 06.05.2021 - 21:05
Die Zusammensetzung der Kommission und die Erläuterungen halte ich für fragwürdig und schwierig. Es hätte an den ostdeutschen Universitäten die entsprechende Expertise gegeben. Die einseitige, fragwürdige Auswahl mit der bisherigen einseitigen und fragwürdigen Auswahl bestehender Gremien zu begründen, ist mindestens bemerkenswert.

#2 -

Th. Klein | Fr., 07.05.2021 - 10:07
Aus folgenden Teilen der Diskussion wird man m.E. nicht ganz schlau: << "Ich möchte hier nur an den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich und die Ganztagesbetreuung sowie die unterschiedlichen Betreuungsquoten verweisen." Die Forschung und Lehre ostdeutscher Bildungsexperten dürften nicht völlig ausgeblendet werden. [...] Es seien ein Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin mit einer ostdeutschen Bildungsbiographie dabei, aber niemand von einer ostdeutschen Universität. <<



Offenbar verläuft die Argumentation so, dass "ostdeutsche Bildungsthemen" nur an ostdeutschen Universitäten beforscht werden (können), während die Vertrautheit mit den entsprechenden Themen doch aus den Forschungsschwerpunkten und der eigenen Bildungsbiografie heraus kommen sollte. In dieser Art kann der Position von Sachsen ...

#3 -

Falk Radisch | Fr., 07.05.2021 - 15:04
Ja, die Proportz-Argumentation ist mühsig und nicht wirklich tragfähig (auch wenn es renommierte und beratungserfahrene Kollegen an ostdeutschen Universitäten sehr wohl gibt!). Aber der Rekurs auf die bisherige Zusammensetzung bestehender Gremien ist in meinen Augen sehr fragwürdig. Es ist aber am Ende wie es ist. Es wird sehr darauf ankommen, wie die Kommission einzelne Themen bearbeiten wird. Eine wirklich gute Arbeit wäre bei jeder Zusammensetzung ohnehin nur dadurch möglich, dass zu den einzelnen Themen jeweils spezifische Expertise zugeholt wird. Ein schlankeres Gremium aus Personen, die gut vernetzt sind und einen Überblick haben, wäre in diesem Sinne ggf. sinnvoller gewesen.

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