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Tendenz: abwärts

Deutschlands Ausgaben für die Hochschullehre fallen international weiter zurück – was durch die hohen Ausgaben für die Forschung verdeckt wird: eine Analyse der neuen OECD-Bildungsstatistiken.

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Artikelbild: Tendenz: abwärts

Foto: 995645 / Pixabay.

AUF DEN ERSTEN BLICK steht Deutschland bei seinen Hochschulausgaben gar nicht schlecht da. 19.324 Dollar pro Studierendem investierte die Bundesrepublik 2018, berichtet die OECD in " Bildung auf einen Blick ". Das waren 2.259 Dollar oder 11,7 Prozent mehr als der Schnitt aller untersuchten Industriestaaten. Klar, Spitzenreiter wie Luxemburg (47.700 Dollar), die USA (34.000 Dollar) oder Großbritannien (29.900 Dollar) geben zwei, dreimal so viel aus – aber Luxemburg ist ein reicher Kleinstaat und in den angelsächsischen Ländern müssen die Studierenden den Großteil der Kosten selbst stemmen.

Verbirgt sich hinter den OECD-Zahlen also eine Erfolgsgeschichte deutscher Hochschulpolitik, das dem von den Hochschulen verbreiteten Narrativ der chronisch unterfinanzierten Lehre zuwiderläuft? Auf den zweiten Blick leider dann doch nicht.

Ja, Deutschland hat seit 2012 jedes Jahr die Hochschulausgaben um 1,9 Prozent gesteigert, weit mehr als es die OECD-Staaten im Schnitt taten (0,8 Prozent). Allerdings wuchsen gleichzeitig die Studierendenzahlen in Deutschland jährlich um 2,7 Prozent (OECD-weit nur um 0,4 Prozent), was erfreulich ist, aber zur Folge hatte, dass pro Student/in in Deutschland ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Fr., 17.09.2021 - 17:26
Die erhöhte Investition in die Forschung wird mit dem gesteigerten Bedarf an Innovationen begründet. Das ist aber ein Fehler. Akademische Forschung an sich erzeugt keinen nachweisbaren Beitrag zur Innovation in einem Land (siehe einschlägige OECD Studien). Innovationen werden von schlauen Menschen vorangebracht. Wir brauchen also mehr schlaue, sprich, gut ausgebildete Menschen, die zu Innovator:innen in der Industrie werden können. Dementsprechend sollte der Staat mehr in die Hochschulbildung investieren, statt in die Forschung.

#2 -

René Krempkow | Fr., 17.09.2021 - 19:48
Ich sehe es ebenfalls so, dass der Staat in Forschung UND LEHRE investieren sollte. Dass dies eben nicht in demselben Ausmaß geschieht, ist leider keine neue Erkenntnis. Dies stellte bereits 2015 eine Studie zur Hochschulfinanzierung in Deutschland fest, die für die Konrad-Adenauer-Stiftung erstellt wurde. Bereits darin "wird deutlich, dass der Forschungsanteil zulasten der lehrbezogenen Finanzmittel zugenommen hat", wobei sich insbesondere der Bundesanteil "in den letzten Jahren noch deutlicher zugunsten der Forschung verschoben hat" (S. 20).

Außerdem war schon damals die Auswertung der Entwicklung in den Bundesländern aufschlussreich: "Eine statistische Analyse zeigt einen schwachen bis mäßigen negativen Zusammenhang zwischen den Landeszuschüssen ...

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