Direkt zum Inhalt

Die Handlungsbereitschaft ist da

"#IchbinHanna" setzt die Universitäten unter Druck. Jetzt reagieren die Rektoren. Ihre Sprecherin kündigt an: Die Universitäten werden eine Reform der Karrierewege angehen.

Bild
Artikelbild: Die Handlungsbereitschaft ist da

Anja Steinbeck ist Rektorin der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf und Sprecherin der Mitgliedergruppe der Universitäten in der Hochschulrektoren-konferenz (HRK).

Foto: Kay Herschelmann.

Frau Steinbeck, die " #IchbinHanna"-Iniatiative gewinnt immer weiter an Momentum, die Ampel-Verhandlungsführer diskutieren über Konsequenzen, aber von der Hochschulrektorenkon-ferenz (HRK) gibt es offiziell kein Wort dazu. Warum nicht?

Die Mitgliedergruppe der Universitäten in der HRK duckt sich nicht weg vor dem Thema. Wir sitzen auch nicht mit verschränkten



Armen da und sagen: "Alles Quatsch. Wir ändern nichts." Im Gegenteil! Wir haben vor zwei Wochen lange über "#IchbinHanna" diskutiert und am Montag erneut. Und es herrschen allgemein die Stimmung und die Erkenntnis, dass jetzt die Notwendigkeit zum Handeln besteht. Und ja, die Handlungsbereitschaft ist auch da.

Was bedeutet das? Haben Sie einen Beschluss gefasst, wie Sie das Karrieresystem an deutschen Hochschulen verändern wollen?

Nein, aber wir haben verabredet, dass wir einen solchen Beschluss fassen werden. Aber erst wenn die Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes da ist, was bereits im Frühjahr der Fall sein soll.

Das klingt, mit Verlaub, nach Aussitzen.

Ist es aber nicht! Wir ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#2 -

Noch 'ne Hanna | Di., 16.11.2021 - 11:06
"Nein, was ich sagen will: Wir brauchen endlich valide bundesweite Zahlen zu den tatsächlichen Befristungsanteilen. Die haben wir nämlich nicht. Und darum wollen wir sie als Universitäten in den nächsten Monaten erheben."



Erm ... und das fällt den Rektor:innen JETZT auf? Diese Datenerhebungsdefizite waren kein Thema, als die Kanzler:innen die "Bayreuther Erklärung" veröffentlicht haben - und damit die rechtswidrige Nutzung des Sonderbefristungsrechts zu Haushaltszwecken verdeckt haben. Da sind die Rektor:innen nicht auf die Idee gekommen, von den Kanzler:innen für jede Hochschule einzeln Daten zu fordern, um dann die Datenbestände bundesweit zusammenzuführen. Die Rektor:innen haben eine völlig unhaltbare Situation geschaffen, jahrelang ...

#3 -

Jule Specht | Di., 16.11.2021 - 13:09
Ich freue mich, dass die HRK den Handlungsdruck erkennt und ein Reform-Konzept für transparentere und planbarere Karrierewege vorlegen wird!



Auch für die Rechtswissenschaften übrigens, wo - auch aufgrund der mangelnden Beschäftigungsperspektiven - unter anderem überproportional viele Frauen die Universitäten verlassen, sodass man das Gelingen der Bestenauslese in Frage stellen sollte.



Richtig ist aber natürlich ganz sicher, dass es je nach Fach und Standort unterschiedliche Möglichkeiten gibt, nachhaltige Personalstrukturen zu gestalten. Umso wichtiger ist, dass möglichst viele Perspektiven aus allen Statusgruppen bei der Umsetzung berücksichtigt werden.

#4 -

Tobias Denskus | Di., 16.11.2021 - 13:23
Ach ja, das Geschwurbel geht munter weiter; ich finde es einfach bemerkenswert wir gleich von Anfang an klar gemacgt wird, dass es nicht um die MitarbeiterInnen geht..."wir brauchen erstmal Zahlen" (die natuerlich belegen, dass das alles nicht so schlimm ist), man erzählt etwas von "Fächerkulturen" weil es ja kein systemisches Problem ist und irgendwie ist auch noch Platz fuer "wir wollen ja nicht Zustände wie in USA" um möglichst wenig am Lehrstuhlprinzip ändern zu muessen. BEFRISTETE VOLLZEITSTELLEN fuer Doktorandinnen sind erstmal vom Tisch, denn die haben ja "sozialversicherungspflichte" Anstellungen und können sich auf ihren 50-60%-Stellen einen Fetten in Uni-Städten wie ...

#7 -

Michael Liebendörfer | Di., 16.11.2021 - 19:57
Der fachspezifischen Betrachtung kann ich schon etwas abgewinnen. In der Mathematikdidaktik gibt es z.B. auch kaum Hannas in dem Sinn, dass sie trotz exzellenter Qualifikation bis mitte 40 auf halben Stellen zwischen Unis pendeln. Das mag damit zusammenhängen, dass die meisten einfach morgen an einer Schule auf 100% A13 anfangen könnten, perspektivisch A14, da fehlt nicht viel zu W2 und man spart sich Unsicherheit und Pendelei.



Es gibt aber durchaus Hannas in dem Sinn, dass Leute darunter leiden, mehrmals die Hochschule zu wechseln, stets kurzlaufende Verträge zu haben, halbe Stelle bei voller Arbeit zu haben und natürlich die Familienplanung aufzuschieben. ...

#8 -

Andreas Eder | Mi., 17.11.2021 - 00:00
Ich finde es schade, dass in der #IchbinHanna Debatte die Sicht des Professoriums nicht differenziert wiedergegeben wird. Implizit schwingt hier der Vorwurf mit, dass diese eine Befristung ihrer "Stellenausstattung" (häßliches Wort!) anstreben würden, weil sie von einer hohen Fluktuation profitieren würden. Diese Annahme halte ich für falsch.



Ja, frische Köpfe bringen idR neue Ideen bzw sind offener für diese, aber Kontinuität im Forschungsteam ist genauso wichtig--vor allem wenn es um prozedurales Wissen geht (das WIE der Forschung). Diese zu verlieren, weil es keine Möglichkeit gibt KollegInnen trotz exzellenter Leistung halten zu können, tut weh!



Die eigentlichen Profiteure eines hohen Befristungsanteils ...

#9 -

Noch 'ne Hanna | Mi., 17.11.2021 - 08:03
"Die eigentlichen Profiteure eines hohen Befristungsanteils sind deshalb mMn andere: ..."



Plus die Kanzler:innen. Das Sonderbefristungsrecht flexibilisiert den größten Personalkostenblock und ermöglicht so, Verantwortungsdefizite an anderer Stelle (z.B. in Form von zu hohen Leistungsbezügen an die Professor:innen) zu verdecken. Wegen der Globalhaushalte können die Unis Peter (wissMA) beklauen, um Paul (Profs) zu bezahlen. Und die Professor:innen wählen natürlich bevorzugt, Uni-Leitungen, die ihnen großzügige Leistungsbezüge in Aussicht stellen. Nicht offen, aber Rektor:innen, die mit der Aussage "Liebe Professor:innen, wir können leider nicht die Ko-Finanzierung für den SFB XYZ leisten, weil wir erst die Lehre stärken und die Post-Doc-Befristungen abbauen müssen." Wahlkampf ...

#10 -

S. Fleischer | Do., 18.11.2021 - 13:13
Liebe "Noch 'ne Hanna", Ihre Ausführungen unter #9 sind für mein Bundesland schlicht falsch. Leistungsbezüge für Professoren (m/w/d) sind Teil des sog. Vergaberahmens und können nicht durch Einsparungen von allgemeinen Sachmitteln "erhöht" werden. Globalhaushalt hin oder her.

#11 -

Noch 'ne Hanna | Do., 18.11.2021 - 16:58
Liebe/r S. Fleischer,



stimmt - das war verkürzt dargestellt. Der Vergaberahmen ist mir bekannt, eben weil er in meinem Bundesland (Bremen) aufgehoben wurde und es dort diese Verschiebung zwischen den Töpfen gegeben hat. Ich war dadurch "selbst, gegenwärtig und unmittelbar" betroffen, deswegen musste ich mich mit dem Thema "Hochschulfinanzierung" vertraut machen. In längeren Schreiben (also abseits der Kommentare in einem Blog) verweise ich auch darauf, dass in anderen Bundesländern der Vergaberahmen die Mitarbeiter:innen vor dieser Verschiebung zu ihren Lasten schützt. An der Uni Hohenheim intervenierte z.B. das zuständige Ministerium, als der Vergaberahmen nur um 400.000,00 € überschritten wurde. Das war ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Bisschen März 2020

Bisschen März 2020

Ermöglicht die Ampel den Ländern weiter Corona-Einschränkungen an den Hochschulen – während sie die pauschale Schließung von Restaurants und Bars untersagt? Auch abseits der Bundespolitik läuft die Debatte über die Präsenzlehre wieder auf Hochtouren.


  • Artikelbild: Unis, wagt mehr Teilzeit!

Unis, wagt mehr Teilzeit!

Abseits der Norm und mittendrin: Hochschulen müssen mehr Studiengänge in Teilzeit ermöglichen - für jobbende Studierende jeden Alters. Ein Kommentar.


  • Wie lange bin ich für euch eigentlich noch Flüchtling?

Wie lange bin ich für euch eigentlich noch Flüchtling?

Wie gut gelingt internationalen Studierenden der Berufseinstieg? Haben es die Geflüchteten besonders schwer? Der Sachverständigenrat für Integration und Migration wollte es anhand von zwei DAAD-Programmen herausfinden. Ein Interview mit Studienautor Simon Morris-Lange.