Die Handlungsbereitschaft ist da
"#IchbinHanna" setzt die Universitäten unter Druck. Jetzt reagieren die Rektoren. Ihre Sprecherin kündigt an: Die Universitäten werden eine Reform der Karrierewege angehen.

Anja Steinbeck ist Rektorin der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf und Sprecherin der Mitgliedergruppe der Universitäten in der Hochschulrektoren-konferenz (HRK).
Foto: Kay Herschelmann.
Frau Steinbeck, die " #IchbinHanna"-Iniatiative gewinnt immer weiter an Momentum, die Ampel-Verhandlungsführer diskutieren über Konsequenzen, aber von der Hochschulrektorenkon-ferenz (HRK) gibt es offiziell kein Wort dazu. Warum nicht?
Die Mitgliedergruppe der Universitäten in der HRK duckt sich nicht weg vor dem Thema. Wir sitzen auch nicht mit verschränkten
Armen da und sagen: "Alles Quatsch. Wir ändern nichts." Im Gegenteil! Wir haben vor zwei Wochen lange über "#IchbinHanna" diskutiert und am Montag erneut. Und es herrschen allgemein die Stimmung und die Erkenntnis, dass jetzt die Notwendigkeit zum Handeln besteht. Und ja, die Handlungsbereitschaft ist auch da.
Was bedeutet das? Haben Sie einen Beschluss gefasst, wie Sie das Karrieresystem an deutschen Hochschulen verändern wollen?
Nein, aber wir haben verabredet, dass wir einen solchen Beschluss fassen werden. Aber erst wenn die Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes da ist, was bereits im Frühjahr der Fall sein soll.
Das klingt, mit Verlaub, nach Aussitzen.
Ist es aber nicht! Wir ...
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Kommentare
#1 - Interessanter Beitrag zur Versachlichung der Debatte.Gute…
Gute Statistiken sind immer wichtig (vgl. Corona).
#2 - "Nein, was ich sagen will: Wir brauchen endlich valide…
Erm ... und das fällt den Rektor:innen JETZT auf? Diese Datenerhebungsdefizite waren kein Thema, als die Kanzler:innen die "Bayreuther Erklärung" veröffentlicht haben - und damit die rechtswidrige Nutzung des Sonderbefristungsrechts zu Haushaltszwecken verdeckt haben. Da sind die Rektor:innen nicht auf die Idee gekommen, von den Kanzler:innen für jede Hochschule einzeln Daten zu fordern, um dann die Datenbestände bundesweit zusammenzuführen. Die Rektor:innen haben eine völlig unhaltbare Situation geschaffen, jahrelang ...
#3 - Ich freue mich, dass die HRK den Handlungsdruck erkennt und…
Auch für die Rechtswissenschaften übrigens, wo - auch aufgrund der mangelnden Beschäftigungsperspektiven - unter anderem überproportional viele Frauen die Universitäten verlassen, sodass man das Gelingen der Bestenauslese in Frage stellen sollte.
Richtig ist aber natürlich ganz sicher, dass es je nach Fach und Standort unterschiedliche Möglichkeiten gibt, nachhaltige Personalstrukturen zu gestalten. Umso wichtiger ist, dass möglichst viele Perspektiven aus allen Statusgruppen bei der Umsetzung berücksichtigt werden.
#4 - Ach ja, das Geschwurbel geht munter weiter; ich finde es…
#5 - kann #2 und #4 nur zustimmen, warum die Erhebung der Zahlen…
#6 - Im Emmy Noether-Programm gibt es doch schon seit x Jahren…
#7 - Der fachspezifischen Betrachtung kann ich schon etwas…
Es gibt aber durchaus Hannas in dem Sinn, dass Leute darunter leiden, mehrmals die Hochschule zu wechseln, stets kurzlaufende Verträge zu haben, halbe Stelle bei voller Arbeit zu haben und natürlich die Familienplanung aufzuschieben. ...
#8 - Ich finde es schade, dass in der #IchbinHanna Debatte die…
Ja, frische Köpfe bringen idR neue Ideen bzw sind offener für diese, aber Kontinuität im Forschungsteam ist genauso wichtig--vor allem wenn es um prozedurales Wissen geht (das WIE der Forschung). Diese zu verlieren, weil es keine Möglichkeit gibt KollegInnen trotz exzellenter Leistung halten zu können, tut weh!
Die eigentlichen Profiteure eines hohen Befristungsanteils ...
#9 - "Die eigentlichen Profiteure eines hohen Befristungsanteils…
Plus die Kanzler:innen. Das Sonderbefristungsrecht flexibilisiert den größten Personalkostenblock und ermöglicht so, Verantwortungsdefizite an anderer Stelle (z.B. in Form von zu hohen Leistungsbezügen an die Professor:innen) zu verdecken. Wegen der Globalhaushalte können die Unis Peter (wissMA) beklauen, um Paul (Profs) zu bezahlen. Und die Professor:innen wählen natürlich bevorzugt, Uni-Leitungen, die ihnen großzügige Leistungsbezüge in Aussicht stellen. Nicht offen, aber Rektor:innen, die mit der Aussage "Liebe Professor:innen, wir können leider nicht die Ko-Finanzierung für den SFB XYZ leisten, weil wir erst die Lehre stärken und die Post-Doc-Befristungen abbauen müssen." Wahlkampf ...
#10 - Liebe "Noch 'ne Hanna", Ihre Ausführungen unter #9 sind…
#11 - Liebe/r S. Fleischer,stimmt - das war verkürzt…
stimmt - das war verkürzt dargestellt. Der Vergaberahmen ist mir bekannt, eben weil er in meinem Bundesland (Bremen) aufgehoben wurde und es dort diese Verschiebung zwischen den Töpfen gegeben hat. Ich war dadurch "selbst, gegenwärtig und unmittelbar" betroffen, deswegen musste ich mich mit dem Thema "Hochschulfinanzierung" vertraut machen. In längeren Schreiben (also abseits der Kommentare in einem Blog) verweise ich auch darauf, dass in anderen Bundesländern der Vergaberahmen die Mitarbeiter:innen vor dieser Verschiebung zu ihren Lasten schützt. An der Uni Hohenheim intervenierte z.B. das zuständige Ministerium, als der Vergaberahmen nur um 400.000,00 € überschritten wurde. Das war ...
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