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Von der Jetzt reicht es- zur Das reicht nicht-Spirale

Nach den gestrigen Corona-Beschlüssen ist vor den Corona-Beschlüssen. Was von angekündigten Maßnahmen zu halten ist, was fehlt – und wie die Politik bei den Kindern und Jugendlichen mal wieder übers Ziel hinausschießt.

GESTERN WAR DER TAG der Corona-Beschlüsse. Doch so, wie er lief, war absehbar, dass bald schon der nächste Tag der Corona-Beschlüsse folgen wird. In Sachsen und Bayern etwas ist es schon heute soweit. Nicht nur, weil einige der Festlegungen in der vom Bundestag (und heute vom Bundesrat) verabschiedeten Infektionsschutz-Novelle unzureichend sind. Auch die Regierungschefs von Bund und Ländern haben gestern teilweise arg nachbesserungsbedürftige Arbeit abgeliefert.

Vor allem aber haben Politik, Medien und Öffentlichkeit jetzt wieder die schon aus alten Wellen bekannte Spirale von aufeinander aufbauenden, sich immer weiter verstärkenden "Das reicht nicht"-Vorwürfen erreicht – mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Maßnahmen so exponentiell steigt, wie es die Corona-Zahlen schon seit vielen Wochen getan haben. Und anstatt zu diesen früheren Zeitpunkten mit zielgenauen, aber wirksamen Instrumenten zu reagieren, kompensiert die Politik ihre Unterlassung jetzt mit ihren ebenfalls bereits bekannten und gefürchteten Rundumschlägen.

Dabei gehen viele der gefassten Beschlüsse ja in die richtige Richtung. Die Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen ...

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Kommentare

#1 -

Django | Fr., 19.11.2021 - 16:46
Die Krankenhauseinweisungen als Indikator sind theoretisch löblich, praktisch aber angesichts des Datendesasters unbrauchbar. Sie haben ja selbst darauf hingewiesen, dass die Zahlen erst mit einer enormen Verzögerung wirklich belastbar werden.

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Fr., 19.11.2021 - 17:31
@Django:
Da haben Sie Recht! Tatsächlich hatte ich noch überlegt, den Punkt noch zu erwähnen, es dann aber der um der Kürze willen unterlassen. Die Praktikabilität ist tatsächlich ungeklärt, wobei es immerhin inzwischen ein (allerdings nicht tägliches ) Nowcasting dazu gibt. Vielleicht sollte zumindest das dann genutzt werden?

Hier nochmal mein Artikel dazu, auf den Django anspielt:
https://www.jmwiarda.de/2021/08/25/der-indikator-der-nichts-anzeigt/

#3 -

Django_hat_recht | Fr., 19.11.2021 - 18:19
In Sachsen steigt der Wert im Verlauf von zwei Wochen sogar auf mehr als das Doppelte des tagesaktuellen Wertes. Tagesaktuell ist die Rate bei 3 bis 6 und kleiner als die beiden Warnstufen (7 und 13). Binnen zwei Wochen steigt der Wert durch die Nachmeldungen zur Zeit auf über 14! Betrachtet man nur diesen Indikator, so könnte Sachsen alle Maßnahmen aufheben.

#4 -

Drängler | Sa., 20.11.2021 - 00:32
“ Wie verhindern wir, dass sich die Jüngeren, Gebildeten, sozial Bessergestellten jetzt vordrängeln – und die Älteren und Schwächeren, die vor allem Gefährdeten sich nicht hinten anstellen müssEn”



Die Boosterangebote für diese Gruppen gibt es doch schon seit Wochen - jetzt nehmen die Zahlen Fahrt auf, weil immer mehr Menschen, die nicht zu dieser Gruppe gehören, Uhr Sechsmonatsmarke erreicht haben und ein berechtigtes Interesse haben, geimpft zu werden. Warum sollten sie auf Menschen warten, die die Möglichkeit zur Impfung trotz Vorhandensein von Impfstoff und Stiko Empfehlung nicht wahrnehmen? Und bis wann?

#6 -

Joachim K. Rennstich | So., 21.11.2021 - 01:00
Also beim Thema Rundumschläge:



> wie kann es sein, dass Gottesdienstbesucher, darunter 80-Jährige, weiter ohne jede G-Regel in die Kirche gehen können



Mit der gleichen rechtlichen Logik könnten Sie auch auch sagen im Bereich Datenschutz oder Arbeitsrecht herrscht in den Kirchen ein “rechtsfreier” - in der hier präsentierten Logik - nicht vom Bund oder Land regulierter Raum. Was natürlich Quatsch ist. Genauso wie die recht knackige These “ohne jede G-Regel” Behauptung. Dies ist einfach faktisch falsch. Jede der Rechtsträgerschaften im kirchlichen Bereich haben dafür Regelungen. Das mag man falsch finden. Aber zu behaupten, das hier “keine Regeln” gelten ist einfach ...

#7 -

Jan-Martin Wiarda | Mo., 22.11.2021 - 09:26
Lieber Herr Rennstich,



mit Verlaub: Es ist genau, wie ich es schreibe: Gottesdienstbesucher können weiter ohne negativen Test in Gottesdienste gehen, weil es für Religionsgemeinschaften keine flächendeckende 3G-Regel gibt. Das bedeutet nicht, dass einzelne Religionsgemeinschaften in einzelnen Regionen sich auf der Grundlage der von Ihnen genannten Verordnung selbst eine geben, aber das ist etwas Anderes. Bitte schauen Sie hier zum Beispiel auf die Seite der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

https://www.ekkw.de/aktuell/meldung/aktuell_30373.htm



Von rechtsfreien Räumen habe ich nicht gesprochen und auch nicht davon, dass gar "keine Regeln" gelten.



Beste Grüße

Ihr Jan-Martin Wiarda

#8 -

David Bosold | Mo., 22.11.2021 - 14:24
"Wir brauchen: Eine Testpflicht für alle in Freizeit und Beruf, bis die Inzidenzen stark gesunken sind. Wir brauchen eine Impfpflicht für alle Erwachsenen. Und wir brauchen eine Politik, die mutig genug ist, Fußballstadien, Diskotheken oder Bars zu schließen, aber Kitas und Schulen aufzulassen." > damit ist eigentlich alles gesagt.



Ergänzungen von mir: vermutlich würde auch eine Impfpflicht ab 60 Jahren ausreichen. Und Geimpfte müssen auch nicht jeden Tag zweimal essen gehen oder über 10 Personen treffen.



Der eigentliche Skandal sind aber zwei Dinge: wir haben im Vergleich zu letztem Jahr ca. 4.000 weniger Intensivbetten (aufgrund Personalmangels) und trotz klarer Datenlage, ...

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