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Geht es jetzt DATI?

Im November will das BMBF endlich sein Konzept zur Deutschen Agentur für Transfer und Innovation vorlegen. Eine interne Arbeitsversion verrät jetzt, wie die Neugründung aussehen könnte.

DIE RESONANZ war atemberaubend. 2.965 Skizzen gingen bis zum Antragsschluss Ende August beim Bundesministerium für Bildung Forschung (BMBF) ein. So viele Projekte hoffen auf Zuschlag bei der "Innovationssprints" genannten ersten Förderlinie von "DATIpilot", mit der das Ministerium die Gründung der geplanten Deutschen Agentur für Transfer und Innovation vorbereiten will. Über ein Drittel davon stammten von Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), wie BMBF-Chefin Bettina Stark-Watzinger und ihr zuständiger Staatssekretär Mario Brandenburg (beide FDP) Ende September in einem Brief an alle Ampel-Bundestagsabgeordneten berichteten.

Auch sonst sind es gerade entscheidende Wochen für die DATI. So eilig es Ex-Staatssekretär Thomas Sattelberger mit der Präsentation eines ersten, " Grobkonzept " genannten Entwurfs zur Gestaltung der Agentur im März 2022 hatte, so viel Zeit hat sich sein Nachfolger Brandenburg mit der Ausarbeitung des endgültigen Konzepts gelassen.

Nun aber mehren sich die Anzeichen, dass es in Kürze so weit sein wird: In einer mir vorliegenden "internen Arbeitsversion" des Konzepts heißt es, die Ressortabstimmung und die anschließend geplante Kabinettsbefassung seien "für November 2023" geplant, ebenso die Entsperrung von 35,4 DATI-Millionen durch den Haushaltsausschuss des Bundestages. Da dieser dafür zwingend die Vorlage eines "schlüssigen Konzepts" verlangt hatte (das man in Sattelbergers Vorarbeiten nicht sah ), arbeiten sie im BMBF in diesen Tagen mit Hochdruck an dessen finaler Fassung.

"Agile Strukturen" und weitgehende "Unabhängigkeit"

Die aktuell kursierende Arbeitsversion, datiert auf den 27. September, gibt bereits wichtige Anhaltspunkte zum vorgesehenen Budget der Agentur, ihrem Aufbau und den angedachten Freiheitsgraden. Auffällig zurückhaltend sind die 20 Seiten dagegen bei der Beschreibung der geplanten Prozesse für die Fördermittelvergabe.

Innovationsagenturen nach internationalem Vorbild benötigten "agile Strukturen und weitgehende organisatorische und programmatische Unabhängigkeit", beschwört der Konzeptentwurf gleich zu Beginn mit Verweis auf die Bundesagentur für Sprunginnovation (SPRIND) und die Cyberagentur (wobei das ganz und gar nicht agile politische Gezerre um deren Gestaltung hoffentlich nicht vorbildlich sein wird für die Aufstellung der DATI).

2023 waren laut Haushaltsansatz insgesamt 50 Millionen Euro für die DATI vorgesehen, von denen, ...

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Kommentare

#1 -

Norbert Esser | Di., 31.10.2023 - 08:13
Die Situation der Forschung an HAW lässt sich wie folgt beschreiben: Es fehlt am Geld. Das war so, das ist so und das wird wohl so bleiben.
Knapp 3000 Antragsskizzen bei einer durchschnittlichen Antragssumme von? 100 T€? 200 T€? 300 T€? Nehmen wir die Mitte, dann ist man bei einer Summe von 450 Mio. EUR. Eher wohl mehr. Das zehnfache der geplanten Mittel.

#2 -

A German in Boston | Di., 31.10.2023 - 16:41
Nach vielen Jahren als Beobachter deutscher Innovationsinitiativen habe ich gelernt: Je üppiger ein Unterfangen finanziert ist, desto weniger kommt dabei heraus. DATI ist, für deutsche Verhältnisse, üppigst finanziert.



Manchmal ist diese Korrelation negativ aufgrund einer schlechten Absicht, etwa bei Korruption. Zumeist jedoch liegt das Problem an einer Verkennung unbeabsichtigter Folgewirkungen. Typisch deutsch wird angenommen, daß es reicht, die gute Absicht festzustellen. Gesinnungsethik eben.



Jedenfalls ist diese Korrelation typisch für politisch getriebene Projekte in Deutschland. Und hinter denen steht regelmäßig viel Geld: ob aus dem Bundeshaushalt, einem Großkonzern, oder einer großen Stiftung/ NGO. Man will zeigen, daß "endlich mal jemand etwas ...

#3 -

Martin Blume | Di., 31.10.2023 - 18:16
Verstehe ich das bisherige Konzept von DATI richtig? Erst lässt man massenhaft Projektskizzen mit kreativen Förderideen von hochbezahlten oft steuerfinanzierten Wissenschaftler*inne zu einer fixen Abgabefrist ausarbeiten und dann lässt man sich erst einmal monatelang Zeit bis diese vielen Skizzen ggf bewertet werden? Wie, wer und wann noch vollkommen offen? Ebenso, ob überhaupt genügend Haushaltsmittel 2024 zur Verfügung stehen. Ein echt planloses und überhaupt nicht wertschätzendeVorgehen der deutschen Forschenden und Jungunternehmern gegenüber.

#4 -

emob | Mi., 01.11.2023 - 09:23
@Martin Blume: Sie müssen die DATI-Förderlinie des BMBFs unterscheiden, die als Pilot ausgeschrieben wurde. Diese ist getsartet und hat einen Ablauf, die erste Runde mit der Skizzenabgabe ist gerade durch und es starten nun Pitching-Runden der ausgewählten Projekte. Dort gibt es schon einen vorher skizzierten Ablauf, der auch kommuniziert wurde. Der Prozess ist etwas anders konzipiert als typische BMBF-Ausschreibungen.

Das andere ist die DATI-Agentur, deren genauen Prozesse noch nicht feststehen.

#5 -

Deschosch | Fr., 03.11.2023 - 15:51
Was ich bei DATIpilot nicht ganz verstanden habe und auch nach Studium der BKM nicht ganz verstehe, wer sind diese "Teilnehmenden" der PopUp Veranstaltungen die dann abstimmen wer gefördert wird? Sind diese Veranstaltungen öffentlich und wo finde ich diese?
Vielleicht kann mir hier ja jmd behilflich sein.

#6 -

emob | Di., 07.11.2023 - 16:16
@Deschosch:

siehe https://www.bmbf.de/bmbf/de/forschung/datipilot/datipilot_node.html

unten bei den FAQs:



"Die Teilnehmenden, die eine der zum Pitchen auf der jeweiligen Veranstaltung ausgewählten Skizzen eingereicht haben, wählen auf Basis der Pitches die überzeugendsten Projektideen aus. Aus dem Pool der nicht ausgewählten Projektideen werden weitere Projekte unter notarieller Aufsicht ausgelost. Das Verfahren wird durch das begleitende Monitoring und die Begleitforschung beobachtet und ausgewertet."

#7 -

Deschosch | Mi., 29.11.2023 - 11:36
@emob:
Vielen Dank für die Antwort. Das bedeutet ja, dass man seine Konkurrenz bewertet, interessant.
Und wo findet man diese Pop-Up Veranstaltungen? Laut BKM sollen diese öffentlich sein und zwischen November 2023 und März 2024 stattfinden.

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