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Ost-Unis ohne ostdeutsche Führung: Die Herkunft ist noch nicht egal

An den Hochschulen ist das Führungspersonal aus Ostdeutschland immer noch unterrepräsentiert – wie kam es dazu? Und ändert sich das bald?

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Artikelbild: Ost-Unis ohne ostdeutsche Führung: Die Herkunft ist noch nicht egal

Die Bibliothek der BTU Cottbus-Senftenberg , der einzigen Hochschule in Brandenburg mit ostdeutscher Chefin. Foto: Michal Rudziak , CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons.

DAS ERSTE MAL, dass Nadine Spörer sich als Wissenschaftlerin besonders ihrer ostdeutschen Herkunft bewusst wurde, war, als man sie zur Dekanin wählte. Spörer ist Professorin für Psychologische Grundschulpädagogik an der Universität Potsdam. Als sie vor zwei Jahren an die Spitze der Humanwissenschaftlichen Fakultät rückte, schaute sie sich an ihrer Hochschule und anderen um und fragte sich: Wo sind die anderen Dekan:innen und Unipräsident:innen mit Ost-Biographie? Warum sind wir so wenige? "Und da merkte ich: Die ‘Gläserne Decke’ kommt offenbar, sobald es um Führungspositionen geht."

34 Jahre sind vergangen seit der Wende, das entspricht anderthalb Professorengenerationen. Als die Mauer fiel, war Spörer 14 Jahre alt. Ihre gesamte wissenschaftliche Sozialisation fand also im wiedervereinten Deutschland statt.

Wer in irgendeiner Form in der DDR Führungsverantwortung trug, in Politik, Wissenschaft oder anderswo, ist längst in Rente oder kurz davor. Und doch ist die Macht an den Hochschulen ...

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Kommentare

#1 -

Solveig Lange | Mo., 04.12.2023 - 12:10
Danke für diesen Beitrag. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Streitschrift des Leipziger Kulturwissenschaftlers Dirk Oschmann verwiesen. Kürzlich wurde dazu auch seitens der Körber-Stiftung ein Raum zur Diskussion geboten, ohne, dass sich allgemeinen politischen Diskurs viel getan hätte. Zu erwähnen ist weiterhin, dass es zudem einem Großteil an Wissenschaftler:innen aus den alten Ländern überhaupt erst eine Möglichkeit bot, ihre eigene wissenschaftliche Karriere zu verfolgen (es waren ja über Nacht wesentlich mehr Stellen vakant, so auch für Personen, die andernorts nicht berufen worden wären). Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass es nicht nur ein Paradox ist, dass in den ostdeutschen ...

#2 -

Bernd Käpplinger | Mo., 04.12.2023 - 15:59
Dankeschön für den interessanten Artikel.

Das finde ich aber sehr schwierig bis problematisch:

"Es gibt Netzwerke, die sich über lange Zeit gebildet haben, und vielen Ostdeutschen gelingt es offenbar bis heute nicht gut, Teil solcher Netzwerke zu werden. Vielleicht wollen sie es auch nicht.“

Es gibt Unterschiede im Kommunikationsstil

Menschen, die im Osten sozialisiert wurden, hätten bis heute einen anderen Kommunikationsstil, sagt Gesine Grande – "sachorientierter, eher aus der zweiten Reihe agierend, weniger auf Selbstvermarktung aus". In Bezug auf Führungspositionen komme es so zu einer Mischung aus Fremd- und Selbstselektion."



Das klingt nach rein kultureller Erklärung und nach dem Motto ...

#3 -

Gregor Kalinkat | Mo., 04.12.2023 - 17:17
Wie ich in Diskussionen rund um #IchBinHanna und die WissZeitVG-Reform immer wieder betone: die riskante akademische Karrierre bis hin zur Professur muss man sich leisten können (und auch wollen). Es ist für mich daher wenig überraschend das aus dem Teil des Landes in dem viel weniger privates Vermögen vorhanden ist auch weniger Talente den entsprechenden Karriereweg einschlagen.

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