Ein harter Schnitt
Nur 41 von 143 Antragsskizzen für neue Exzellenzcluster haben es zum Vollantrag geschafft. Was bedeutet die Auswahl für den Fortgang der Exzellenzstrategie und für die deutsche Universitätslandschaft? Eine erste Analyse.

F oto: Pxhere , CCO.
SELBST WENN heute nicht Haushalts-Showdown in Bundesrat und Bundestag wäre und nicht das Finale im Poker ums Startchancen-Programm: Die Entscheidung des Expertengremiums der Exzellenzstrategie (ExStra) hätte auch sonst keine großen Schlagzeilen ausgelöst. Zumal die meisten Menschen außerhalb, vermutlich aber auch innerhalb der Universitäten gar nicht wissen, wer oder was eigentlich dieses Expertengremiums ist. Wenn überhaupt, so wurde die ExStra in jüngster Zeit vor allem unter der Fragestellung öffentlich diskutiert, ob sie mit ihrer Wettbewerbsorientierung und ihrem – 2022 nur leicht abgeschwächten – Fokus auf Grundlagenforschung noch in die Zeit passt.
Und doch: In den Chefetagen vieler Universitäten, in zahlreichen Fakultäten und Laboren wurde in den vergangenen Tagen ordentlich gezittert und gebangt. Denn auch wenn die 39 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die dem ExStra-Expertengremium angehören, am Donnerstag nur eine Vorauswahl unter den 143 eingereichten sogenannten Antragsskizzen getroffen haben, nahmen sie damit eine der wichtigsten Weichenstellung in der Exzellenzförderung für die nächsten sieben Jahre vor.
Nicht für die Etablierten, die Inhaber der 57 bestehenden Exzellenzcluster. Die müssen sich erst in der jetzt beginnenden Hauptrunde dem Wettbewerb stellen. Doch all jene Forschenden, die hofften, künftig auch ein Stück vom Förderkuchen abzubekommen, erfuhren mit der Pressemitteilung von Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) und Wissenschaftsrat am Freitagmorgen, ob sie weiter hoffen können. Und für etliche Hochschulen, die bislang nicht Exzellenzunis sind, ging es darum, ob sie im Rennen bleiben, um 2025 vielleicht eine zu werden.
Erfolgschance: 29 Prozent – bis jetzt
Genug auf die Folter gespannt. Hier sind die Ergebnisse, und das wichtigste lautet: Es war ein ...
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Kommentare
#1 - Nur als kurzer Hinweis: Zu den möglichen…
#2 - @Tim: Herzlichen Dank für den Hinweis, da war ich…
#3 - Achtung: Es wird nicht mind. 4 weitere…
#4 - @MB: Danke für den Kommentar! Mir ging es vor allem um die…
"Mindestens vier neue Exzellenzuniversitäten kann es 2026 geben, abhängig natürlich vom wissenschaftsgeleiteten Verfahren, darauf hatten sich Bund und Länder im Juni 2023 nach einem monatelangen Konflikt geeinigt. Es können aber auch mehr werden, denn die sogenannte Exzellenzkommission aus Wissenschaftlern und Politik bestätigte am Donnerstag offiziell per Beschluss: Schaffen es nicht alle elf Titelinhaber in die erneute Förderung, können ...
#5 - Verfolgt man die Praxis der Exzellenz-Cluster aufmerksam,…
#6 - Wo kann der Steuerzahler die Antraege oeffentlich…
Hat die Uni Tuebingen jetzt proposal writer eingestellt oder temporaer ihre Wissenschaftler zum proposal writing verdonnert?
Was allerdings auffaelt: Am Ende leidet #ichbinhanna. Diese Drittmitteljagd verstaerkt die Unsicherheit fuer #ichbinhanna. Wer abhaengig von Drittmitteln ist, ist wie auf Droge und nicht verlaesslich fuer die Zukunft.
#7 - @Robert Beinhard: Na ja, niemand wird gezwungen…
#8 - @Freie Meinung: Sie haben gewiß auf Ihre Weise Recht.…
bin allerdings schon im Ruhestand und sehe mir das Ganze nur (ziemlich entsetzt) von der Seitenlinie an.
#9 - 102 Anträge für die Tonne. Was für eine groteske…
#10 - Die Entwicklung der Universität Göttingen ist in der Tat…
#11 - @liber gottingaJa, das ist bitter, von 5 Anträgen keinen…
Ja, das ist bitter, von 5 Anträgen keinen durchzubringen, und ja, bei den gescheiterten Anträgen sind sicherlich auch sehr gute dabei und eine andere Kommission hätte vielleicht partiell anders entschieden. Aber so läuft eben das Spiel. Man muss dabei nicht mitmachen, es ist und bleibt eine Sache der beteiligten Forschergruppen/Fakultäten, sich zu beteiligen oder eben nicht. Wer mitmacht und Erfolg hat, steckt dann natürlich im Hamsterrad. Es werden Strukturen aufgebaut, Mitarbeiter eingestellt, Maschinen gekauft etc etc und also will man weitermachen, um das alles aufrecht zu erhalten, ganz abgesehen vom Kitzel der Reputation. Das weiß man aber doch ...
#12 - @immer langsam:Sie haben Recht: Man muß das Spiel nicht…
Sie haben Recht: Man muß das Spiel nicht mitmachen. Ein Problem der Bewertung der Cluster ist immer die sehr geringe Zeit bei der Vor"begutachtung". Es gibt andere bewährte Formen der Förderung wie SFB's, GRK's oder
SPP's. Dort ist viel mehr Sorgfalt der Gutachter bekannt.
Das Hauptproblem ist aber doch das Missverhältnis zwischen Grundausstattung und Drittmittel-Beschaffung.
Es ist interessant, in Wikipedia bei Frau Bulmahn, der
Exzellenz-"Erfinderin", ihre selbstkritische Bewertung im
Nachgang zu lesen.
@Liber gottinga:
Ihr Urteil zu den Göttinger Bemühungen ist mir etwas zu
streng. Man hat sich schon sehr viel Mühe gegeben. Aber
(s.o.): Man muß und ...
#13 - @(Un)ruheständlerNatürlich hat man sich Mühe gegeben.…
Natürlich hat man sich Mühe gegeben. Keine Frage. Und man muss und sollte auch in diesem Wettbewerb mitmachen, da daran zum einen relevante Finanzierungen für eine Universität hängen und man zum anderen auch seine Qualitäten in solchen Formaten zeigen können muss.
Wenn man keinen einzigen Cluster durchbekommt, spricht das eher für strukturelle Probleme als individuelle Schwäche bei den Antragstellenden, die alle SFB erfahren sind, oder Pech bei der Begutachtung. Die Universität Göttingen war nicht ohne Grund bei JM Wiarda im letzten Jahr mehrfach Gegenstand der Berichterstattung aufgrund diverser Merkwürdigkeiten an der Spitze. Man kann nur hoffen, dass die Universität ...
#14 - @Liber Gottinga: Sie schreiben 'Wenn man keinen einzigen…
Das ist interessant. Leider fehlt ein Argument, warum das eher für strukturelle Probleme spricht als etwa für 'noise' bei der Begutachtung. Welche Art 'strukturelle Probleme' meinen Sie und inwiefern schlagen sich diese dann derart nieder in Antragsskizzen(!), dass sie zu Hauptgründen für eine Ablehnung werden? Vielleicht können Sie das etwas genauer ausführen. Würde mich interessieren. Danke.
#15 - @Liber Gottingga: Ein Exzellenzcluster ist eben kein SFB.…
#16 - Nur zur Klarstellung: All denen (v.a. im Osten des Landes),…
@immer langsam, @Liber Gottinga:
Ich denke, der Misserfolg von Göttingen spricht mehr für "noise" bei der Begutachtung. An der internen Sorgfalt bei der Vorbereitung der Cluster lag es wohl nicht.
Wie T. Kaufmann seinerzeit schrieb, liegt es an der Georgia Augusta vor allem an finanziellen Engpässen.
Ansonsten empfehle ich wirklich, die Bedenken von Frau
Bulmahn nach 2006 zum Missverhältnis von Grundfinanzierung und Drittmittel-Abhängigkeit in Wikipedia nachzulesen.
#17 - Mich würde einfach mal interessieren, was man an…
#18 - @Eco: Sie haben vollkommen Recht, daß die "sonstigen"…
vollkommend ausreichend sind. Der Exzellenz-Wettbewerb wird meines Erachtens außerdem viel zu stark von politisch gefärbten Motiven beeinflußt. Die o.g. Varianten sind dabei
genügend kompetitiv und viel bessert durch fachlich begründete Entscheidungen geprägt. Ein weiteres Problem ist die Blockade der Einzelprojekt-Förderung. Die beste Variante der "Entbürokratisierung" der Forschungsförderung ist die Entsorgung der scheinheiligen Exzellenz-Initiativen.
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