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Fachkräfte-Mangel: Was macht die Wissenschaftspolitik?

Über zwei Drittel der promovierten Forschenden spielen mit dem Gedanken, aus der Wissenschaft auszusteigen. Der Ampel-Koalitionsvertrag versprach ein Bund-Länder-Programm für besser Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft. Was ist daraus geworden?

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Artikelbild: Fachkräfte-Mangel: Was macht die Wissenschaftspolitik?

Bald keiner mehr da? Foto: Brian Penny, Pixabay.

ES SIND BESORGNISERREGENDE ZAHLEN. Laut dem neuen " Barometer für die Wissenschaft ", erhoben vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), haben 71 Prozent aller befristet beschäftigten Postdocs in den vergangenen zwei Jahren ernsthaft den Ausstieg aus der Wissenschaft erwogen. Und nur noch 16 Prozent der Promovierenden haben als Berufsziel die Professur. Die Ergebnisse "sollten alle Beteiligten aufhorchen lassen", kommentierte Lambert T. Koch, Präsident des Deutschen Hochschulverbands (DHV). Politik und Hochschulen müssen ihre Hausaufgaben machen. Teil der Lösung können verlässlichere und planbarere, aber auch gegenüber außerhochschulischen Märkten attraktive Karriereperspektiven sein."

Wer wissen will, warum Deutschlands Wissenschaft im Wettstreit um die knappen Fachkräfte zu unterliegen droht, wie international, findet seine Antworten nicht nur in Umfragen, sondern mitunter auch auf dem früheren Twitter. Am Sonntag zum Beispiel berichtete die Politikwissenschaftlerin Federica Genovese unter der Überschrift "Eine kurze akademische Geschichte" über ihre Erfahrungen mit einer deutschen Wissenschaftseinrichtung.

"Deutschlands Verlust ist unser Gewinn"

"Juli 2022“, begann Genoveses "X"-Thread : "Ich ...

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Kommentare

#1 -

Edith Riedel | Mo., 11.03.2024 - 22:42
"Und nur noch 16 Prozent der Promovierenden haben als Berufsziel die Professur".

Jetzt mal etwas ketzerisch: warum sollte das Anlass zur Sorge sein? Für welchen Prozentsatz der Promovierenden stehen denn Professuren zur Verfügung? Warum sollten denn mehr Promovierende das Berufsziel Professur verfolgen, wenn die Chancen, eine Professur zu bekommen, sehr niedrig sind? Ich sehe es eher positiv, dass die Promovierenden die Karrierewege außerhalb der Universitäten besser im Blick haben.

#2 -

Heinrich H | Mo., 11.03.2024 - 23:23
Interessant wäre schon, warum das BMBF so wenig hinbekommt in diesem Bereich. Vermutlich hat die Hausleitung die Arbeitsebene nicht im Griff bzw. der Austausch der Abteilungsleitungen hat zu einem Abbruch der Zusammenarbeit/Kommunikation geführt. Klar ist mit 3 Koalitionspartnern der Bedarf an Abstimmung höher. Aber in 3 Jahren muss das machbar sein.

#3 -

TM | Mi., 13.03.2024 - 22:06
Radikaler Vorschlag:

1. Befristete Stellen nur da, wo sie wirklich der Qualifikation dienen (Doktorand*innen)

2. Keine Verbeamtungen mehr. Nach der Promotion sind alle, PostDocs und Profs, Angestellte.

3. Statusgruppen und -privilegien werden abgeschafft.

4. Angestellte können grundsätzlich bei fehlender Leistung oder fehlender Nachfrage im Rahmen tariflichen Vereinbarungen entlassen werden. Auch andere wichtige Berufsgruppen, z.B. Journalist*innen, Ärzt*innen, etc. sind nicht verbeamtet.

5. Alle Gruppen bekommen leistungsabhängige Anteile ihrer Gehälter, die nach auszuhandelnden Zielvorgaben erreicht werden können (besondere Leistungen in Lehre, Betreuung, Wissenschaftskomm. , Drittmitteln, Publikationen, Patenten). Kann nach Erfahrungssstufe variieren. Wenig Erfahrung: hoher variabler Anteil, hohe Erfahrung: geringer.

6. Alle haben ...

#4 -

McFischer | Fr., 15.03.2024 - 15:21
Die Bewerbungs-Historie von Frau Genovese kommt mir bekannt vor. Berufungsverfahren haben einen enormen Aufwand an Ressourcen - für die BewerberInnen wir für die Auswählenden -, dauern Monate bis Jahre und scheitern letztlich oftmals aufgrund Uni-interner Querelen und Eitelkeiten. Die Auslese der Besten - wenn man sie vom Ende her betrachtet muss man sagen: Ja, es gibt hervorragende Forschende und Lehrende an dt. Unis, die so berufen wurden, aber sicherlich auch 50% Mittelmaß. Das ist nicht schlimm an sich, denn auch in anderen Organisationen und Unternehmen gibt es diese Verteilung - nur ist dort der Aufwand für Auswahlverfahren weit, weit geringer.

#5 -

Hanna | Fr., 15.03.2024 - 22:28
@Edith Riedel: Weniger Bewerber:innen bedeutet auch, dass viele exzellente Personen sich womöglich nicht bewerben. Die Bestenauswahl leidet.



Es muss auch nicht für jede:n Postdoc eine Professur vorgehalten werden. Um hochqualifizierte Forschung und Lehre zu leisten, kann das System aber nicht nur aus Berufsanfängern (Prädocs) und Chefs (Profs) bestehen. Es braucht viele qualifizierte Personen, die auf Basis der Befähigung zu eigener Forschung (der abgeschlossenen Dissertation) als Postdocs/Mittelbau gute Arbeit in Forschung und Lehre leisten. Wir brauchen z.B. im Lehramt alternative Dauerstellen neben und unterhalb der Professur.

In der Schule werfen wir ja auch nicht die erfahrensten und bestqualifiziertem Lehrkräfte nach 6 ...

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