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Der Wert der Distanz

Strategieberatung für eine Ministerin unter Druck? Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen und die Frage nach dem Selbstverständnis ihrer Chefs.

FÜHRENDE VERTRETER der deutschen Wissenschaft loggten sich zur vertraulichen Videokonferenz mit BMBF-Chefin Bettina Stark-Watzinger ein, um über die Vertrauenskrise angesichts der Fördergeldaffäre zu beraten, und kurz darauf konnte man den Inhalt des Spitzengesprächs fast wie ein Protokoll in der FAZ nachlesen. Man kann sich vorstellen, dass danach erstmal Aufregung herrschte in der sogenannten Allianz der Wissenschaftsorganisationen und jeder sich fragte, wer da so umfangreich Informationen an die Presse durchgestochen hatte, mit welcher Absicht und zu wessen Nutzen.

"Vorschläge für einen Weg aus der Defensive" hätten die Wissenschaftsvertreter der Ministerin gegeben, berichtet die FAZ . Zum Beispiel, dass Stark-Watzinger Ruhe bewahren solle, denn wie einer in der Runde gesagt haben soll: Das größte Risiko sei eine Vakanz des Ministeriums in den Haushaltsberatungen. Und, wie die FAZ weiter schreibt: Stark-Watzinger habe sich für die Bereitschaft der Wissenschaftsfunktionäre bedankt, ihr Namen für die Nachfolge der entlassenen Staatsekretärin Sabine Döring vorzuschlagen.

Table.Media hat sich bei einzelnen Gesprächsteilnehmern erkundigt und teilt mit, von diesen habe sich keiner zu dem Treffen äußern oder gar einzelne Ansagen bestätigen wollen. Immerhin ist im FAZ -Artikel auch ...

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Kommentare

#1 -

Aufklärer | Do., 27.06.2024 - 16:07
"Sollten ihre Vertreter nicht vielmehr größtes Interesse daran haben, schon in guten Zeiten ein demonstratives Maß an Distanz zur Regierung zu halten, um ihren Anspruch auf Autonomie und Unabhängigkeit zu untermauern?"

Schön wär's! Die Realität sieht anders aus: Kumpanei zwischen BMBF und Wissenschaftsfunktionären ist an der Tagesordnung. Tiefpunkt war die Rückendeckung für Frau Schavan während ihrer Plagiatsaffäre.

#2 -

Reisender | Do., 27.06.2024 - 19:32
Ein Staatssekretär aus den Reihen der Forschung könnte tatsächlich ein Loyalitäts- und Interessenproblem haben. Von daher scheint die Trennung zwischen Politik und Forschenden an dieser Stelle wichtig. Und verspieltes Vertrauen durch Appeasement wiederherstellen zu wollen ist absurd. Die Forschungspolitik braucht eine starke Stimme, genauso wie die Forschungsseite viele starke Stimmen hat.

Sidenote: Ich hoffe Sie finden schnell mehr regelmäßige Unterstützer Ihres Blogs.

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