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Mein Anspruch ist nicht, der Politik zu sagen: Sorgt dafür, dass wir nicht rausfliegen

Der Berliner Exzellenzverbund bereitet sich auf seine Evaluation vor. Es geht um viele Millionen und Berlins Standing als Wissenschaftsstandort. Doch in der BUA gibt man sich nach ruckeligem Start jetzt selbstbewusst und schwärmt vom neuen "Spirit". Ein Interview mit BUA-Sprecher Günter M. Ziegler und Geschäftsführerin Alexandra-Gwyn Paetz.

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Artikelbild: Mein Anspruch ist nicht, der Politik zu sagen: Sorgt dafür, dass wir nicht rausfliegen

Günter M. Ziegler ist Mathematiker und im Hauptamt seit 2018 Präsident der Freien Universität. Alexandra-Gwyn Paetz ist seit 2022 Geschäftsführerin der BUA. Vorher leitete sie die Strategische Entwicklung und Kommunikation am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Foto: BUA.

Herr Ziegler, der Geschäftsführer der Einstein-Stiftung, Thorsten Wilhelmy, hat in der FAZ ein Moratorium der Exzellenzstrategie nach der kommenden Förderphase vorgeschlagen. Die Hochschulen litten unter dem überhitzten Wettbewerb, argumentiert Wilhelmy. Über die Einstein-Stiftung finanziert der Berliner Senat die Berlin University Alliance (BUA) mit. Bezieht sich Wilhelmys Diagnose also vor allem auf die vier BUA-Partnerinnen Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität und Charité? 

Günter M. Ziegler: Ich verstehe den Vorstoß von Herrn Wilhelmy so, dass er auf das strukturelle Problem aufmerksam machen wollte, das alle Universitäten in Deutschland haben: Sie erhalten eine zu geringe Grundfinanzierung aus den Landeshaushalten, und oben drauf kommt dann die Drittmittelfinanzierung unter anderem durch den Bund, und um die gibt es einen aufwändigen Wettbewerb. In der Kombination von beidem entsteht eine ungute Abhängigkeit von Projektmitteln. Die Schlussfolgerung muss sein: Wir brauchen eine deutliche Stärkung der Grundfinanzierung der Hochschulen, und zwar in einer Größenordnung, die bei Weitem die derzeitige Ausstattung der Exzellenzstrategie übersteigt. Dann haben wir eine starke Basis für einen echten Wettbewerb um Exzellenzprojekte. Und den nehmen wir ernst, und dazu muss auch die Begutachtungspraxis passen. Wenn für einen Exzellenzcluster-Antrag weniger Zeit zur Verfügung steht als bei der Begutachtung eines Sonderforschungsbereichs, dann stimmt etwas nicht.

Läge nicht eine andere Schlussfolgerung noch näher: das Geld aus der Exzellenzstrategie direkt in die Grundfinanzierung zu stecken, zum Beispiel über den Bund-Länder-Zukunftsvertrag "Studium und Lehre stärken"?

Ziegler: Das funktioniert doch nicht. Als Universitäten wissen wir genau: Wenn die Politik das Geld aus dem Wettbewerb abzieht, ist es weg und kommt niemals bei ...

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Kommentare

#1 -

Tobias Denskus | Do., 10.10.2024 - 12:09
Ein spannendes Interview-aber vielleicht nicht so, wie es die Teilnehmerinnen gerne hätten. Die Antworten schrammen sehr oft am kompletten Sprechblasensalat vorbei den man mittlerweile aus fast allen Teilen von Politik und Gesellschaft kennt-da sind Unis keine Ausnahme. Impact und Mehrwert und Innovation und Spirit und alle Disziplinen sind wichtig und irgendwas mit boundaries...fast schon ironisch, das keine einzige Zahl ausser der 900k Kommunikationskampagne fällt-in einer durchmetrisierten Uni hätte ich erwartet, dass Publikationen, Promotionen, erfolgreiche Anträge und Workshops nur so heraussprudeln...aber klar, ein Offenes Wissenslabor muss man erstmal sichtbar machen...ich mache der BUA gar keinen Vorwurf-so sprechen ja alle guten, grossen, ...

#2 -

Exzellenz-Kritiker | Do., 10.10.2024 - 12:20
Bei aller Wertschätzung für die Berliner Kollegen, der m.E. entscheidende Punkt ist doch, daß die Exzellenz-Initiative die Kraft und Zeit so vieler Kolleg(inn)en verschlingt, die sie für andere Förderformen (wie SFB, SPP und GRK) brauchen. Man hat das gerade wieder an der Uni Göttingen gesehen, wo vor allem in den Naturwissenschaften aufwändig geplante und wirklich gute Cluster-Projekte scheiterten.

#3 -

Laubeiter | Fr., 11.10.2024 - 14:24
Ich finde auch, dass das Interview vielleicht klar macht, warum Berlin gern am ExStra-Wettbewerb teilnimmt. Den Sinn der ExStra für alle Wettbewerber, auch für die, die rausfliegen, erklären die Berliner damit weniger. Wenn man als Beispiel für Verschwendung von Resourcen die U Göttingen nehmen will: keine der Skizzen zu cognition, landscapes, ethics, energy und editing kam weiter. Wie soll Göttingen, falls die ExStra in der jetzigen Form beendet wird, dann Exzellenzförderung einwerben?

#4 -

Lilly Berlin | So., 13.10.2024 - 18:39
Die BUA ist ein Lehrbuch-Beispiel für einen Pingpong aus Sprechblasen, Politik und einen aufgeblähten Wasserkopf. Mögliche Synergien und Verbesserungen werden nicht genutzt. Statt dessen werden zusätzliche unproduktive Stabsstellen besetzt und Strategien zur Weiterführung des Exzellenzverbundes ausgetüftelt. Letztlich ließen sich die Forschungsideen genauso oder besser auch in Anderen Formen der Verbundforschung realisieren. Allerdings würden dann die Fördermillionen eben woanders versenkt.

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