Schauen, was noch geht
Sieben Monate nach dem Kabinettsbeschluss kommt die WissZeitVG-Novelle in erster Lesung im Bundestag an. Könnte eine Einigung der Ampelpartner auf der Zielgeraden doch noch gelingen? Die Zeit wird knapp.

Gute Arbeit in der Wissenschaft? So stellt sie sich die generative KI vor.
DASS DA ÜBERHAUPT NOCH ETWAS KOMMT, damit hatten zuletzt immer weniger gerechnet. 30 Monate, nachdem das BMBF die offizielle Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) präsentiert und damit die Debatte über seine Reform gestartet hatte; 19 Monate, nachdem das Ministerium seine Reform-Eckpunkte veröffentlicht und, einem Proteststurm folgend, innerhalb von nur 48 Stunden wieder zurückgenommen hatte; 16 Monate, nachdem das Ministerium seinen endgültigen Referentenentwurf zur WissZeitVG-Novelle in die Ressortabstimmung gegeben hatte; sieben Monate, nachdem die Bundesregierung das Vorhaben Richtung Parlament durchgewunken hatte, allerdings ohne zuvor die Hauptkonfliktfrage um die Postdoc-Höchstbefristung zu klären; und fünf Monate, nachdem zuerst die FDP-Bundestagsfraktion eben jenen umstrittenen Passus wieder kassiert hatte, soll es am Mittwochabend so weit sein: Die WissZeitVG-Neufassung wird in erster Lesung im Bundestag beraten. Beginn derzeit: 19.25 Uhr. Es könnte aber auch später werden, weil so viele eilige Beschlussvorhaben auf der Agenda stehen.
Das wäre allerdings nach all dem Warten nicht einmal mehr eine Fußnote wert. Viel spannender ist, ob sich die Ampelfraktionen auf der Zielgeraden tatsächlich noch verständigen werden, nachdem die Novelle bislang in jedem seiner Prozess-Stadien von einem verwirrenden Hin und Her und missglückten Einigungsversuchen geprägt war. Schlecht sind die Aussichten freilich nicht, denn SPD, Grüne und FDP betonen unisono, dass man jetzt liefern müsse, möglichst bis Jahresende.
Ausgangspunkt ist die Nicht-Einigung im Bundeskabinett. Der BMBF-Referentenentwurf sah die Verkürzung der Postdoc-Höchstbefristungsdauer nach der Promotion auf vier ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - Immer wieder wurde betont, dass beim wiss. Nachwuchs Alles…
Was den ganzen Diskurs und die politische Lage derzeit anbetrifft, so gibt es zwar das übliche Szenario in der Politik, dass an Gesetzen so umständlich gebastelt wird, bis alle Partner halbwegs zufrieden und ihre Anliegen berücksichtigt sind. Ein anderes Szenario ist aber auch, dass am Ende einer ...
#2 - Man muss akzeptieren, dass für viele Teilnehmer an…
Diskussionen über die Reform des WissZeitVG die Regelungen für die post-doc-Phase im Vordergrund stehen.
Richtig ist aber auch, dass über alle Fachkulturen hinweg (d.h. insbes. außerhalb der Sozialwissenschaften) weit überwiegend Forschende in der Phase bis zur Promotion
tätig sind. Und für diese Wissenschaftler bringen die
bisherigen Entwürfe der Novelle deutliche Fortschritte
(z. Bsp.der Vorrang der Qualifizierungs- vor der Projektbefristung) gegenüber den bisherigen Regelungen.
Insofern wäre wünschenswert, jetzt diese Vorteile für die
überwiegende Mehrzahl der Betroffenen endlich umzusetzen anstatt noch unendlich lange über Regelungen für eine Minderheit zu streiten. Ggf. sollte man ...
#3 - Eine kleine Anregung für das BMBF: Das WissZeitVG wird…
#4 - Ich kann sagen das die bisherigen Entwürfe das Problem im…
#5 - Wie ich höre, greift jetzt eine zweifelhafte Sitte aus USA…
Wenn man das CV von Mathematikprofessoren liest, dann hatten viele ihre Promotion mit 24-27 Jahren abgeschlossen. Das Lebensalter sollte eher eine Rolle spielen als das Promotionsalter, denke ich. Überalterte Juniorprofessoren muss es ...
Neuen Kommentar hinzufügen