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Das Schmieröl im Maschinenraum der Universitäten

Warum Vertrauen so wichtig ist für erfolgreiches Wissenschaftsmanagement. Ein Gastbeitrag von Jan Lauer.

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Jan Lauer

Jan Lauer hat im BMBF-geförderten Graduiertenkolleg "Wissenschaftsmanagement und Wissenschaftskommunikation als forschungsbasierte Praxen der Wissenschaftssystementwicklung" (WiMaKo) promoviert. Dieser Beitrag basiert auf seiner Promotion "Vertrauen innerhalb der 'organisierten Anarchie'" . Foto: Vanessa Jennrich.

AUF DIE FRAGE, warum ein großer Forschungsverbund erfolgreich war, antwortet der dafür zuständige Wissenschaftsmanager: "Vertrauen und Kommunikation! Kommunikation ist die Nummer eins und steht sehr weit oben." Ähnliche Antworten bekommt man von anderen Projektleiterinnen und Projektleitern und Wissenschaftsmanagern, wenn man sie nach den Erfolgsfaktoren ihrer Vorhaben fragt. Wieso scheinen Vertrauen und Kommunikation so wichtig zu sein in den Präsidiumsbüros der Hochschulen, für Forschungsreferentinnen und -referenten, für Fakultätsgeschäftsführungen und administrative Leitungen von Forschungsverbünden?

Die Universität wirkt manchmal wie ein großes Chaos. Eine Wissenschaftsmanagerin drückt es so aus: "Die Universität ist ein spektakuläres System. Das ist irre, dass da überhaupt irgendetwas funktioniert." Der Organisationswissenschaftler James G. March hat dieses einst mit einem ungewöhnlichen Fußballspiel verglichen, bei dem das Feld rund sei und es mehrere Tore gebe, die wahllos auf dem Feld verteilt sind. Die Spieler kommen und gehen aufs Feld, wie es ihnen passt, schmeißen Bälle ganz nach Belieben ins Spiel ...

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Kommentare

#1 -

rene krempkow | Fr., 15.11.2024 - 20:00
Danke, sehr schöner Gastbeitrag!
Wer noch mehr über Möglichkeiten, aber auch Grenzen des Wissenschaftsmanagements auf Basis empirischer Untersuchungen lesen möchte, findet im aktuellen Themenheft der wiss. Zeitschrift QiW vier Beiträge hierzu, welche ich dankend werterweise mit herausgegeben durfte: https://www.universitaetsverlagwebler.de/zeitschriften

#2 -

S.L. | Sa., 23.11.2024 - 12:48
Lieber Jan,



ganz herzlichen Dank für deinen Gastbeitrag, welcher mir nach inzwischen vielen Jahren an der Universität noch einmal vor Augen gehalten, worauf es wirklich im Getriebe des Wissenschaftsbetriebs ankommt.

Besonders angetan hat es mir der Satz: "Geräuschlos sorgen sie so dafür, dass der Laden am Laufen bleibt." Ich musst dabei an Worte eines alten Kollegen denken, der im Rahmen seiner Verabschiedung zum Ausdruck gebracht hatte, dass man das "Laufen" wörtlich nehmen muss; im Sinne von "zu den Leuten hingehen; den persönlichen Kontakt suchen; auf eine unpersönliche und formelle Kommunikation via Mail oder Telefon verzichten". Nur auf diesem Wege können ...

#3 -

Anja Tobinsky | So., 24.11.2024 - 10:27
Ein guter Beitrag, denn er trifft den Kern einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Administration. Nur so gelingt es, Wissenschaftsfreiheit mit Compliance zu vereinen und nicht als Widerspruch und die in dem jeweils anderen Feld Agierenden als Kontrahenten zu sehen. Voraussetzung dafür ist aber QUALITÄT auf beiden Seiten, die Gewissheit, dass sowohl die Wissenschaft wie die Administration gute Arbeit leistet. Ob man dazu extra Wissenschaftsmanager braucht, wäre die Frage. Besser wäre ein Training der Administration und vertrauensbildende Maßnahmen durch entsprechende PE- Formate. Dann kann es dazu kommen, dass am Ende seiner Amtszeit ein Göttinger Unipräsident - nicht der amtierende- sagt, ...

#4 -

DD | Mi., 27.11.2024 - 12:40
Vielen Dank für den schönen Beitrag.



Die Position der Wissenschaftsmanager:innen an Hochschulen muss sichtbarer (gemacht) werden. Nicht selten werden sie im Verständnis der Leute (Lehrende, Hochschulleitung...) und/oder auf dem Papier (Zurodnungen, Eingruppierungen...) mit der Verwaltung gleichgesetzt. Dabei sind sie die "third space professionals", die - wie im Artikel von Herrn Lauer schön beschrieben - zwischen dem "academic" und "administrative staff" vermitteln. (Und als Expert:innen für Wissenschaftskommunikation und Transfer oft auch zwischen der Hochschule und der "Außenwelt".)



Vielleicht braucht die deutsche Sprache endlich einmal ein Äquivalent zu den "third space professionals" an Hochschulen...

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