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Deutschland hat eine Migrationskrise, aber anders

Ohne Einwanderung ist der Kampf gegen den Fachkräftemangel aussichtslos. Daher sind die zu uns gekommenen Flüchtlinge nicht das Problem, sondern die Lösung. Sogar in doppelter Hinsicht.

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Artikelbild: Deutschland hat eine Migrationskrise, aber anders

Foto: Netavisen Sameksistens dk / Pixabay

NUR 70.459 MENSCHEN aus Nicht-EU-Staaten sind 2023 zwecks einer Erwerbstätigkeit nach Deutschland eingewandert, sogar ein paar hundert weniger als im Vorjahr. Und das trotz aller gesetzlichen Erleichterungen durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, wie die Bertelsmann-Stiftung hervorhebt .

Während Deutschland über die "Rückführung" Geflüchteter streitet, ignorieren Politik und Öffentlichkeit eine bittere Tatsache: Die Hochqualifizierten aus aller Welt machen einen Bogen um die Bundesrepublik. Das Land ist nicht attraktiv genug für sie.

Das ist die Migrationskrise, auf die wir uns konzentrieren sollten. Denn: Ohne massive Einwanderung ist der Kampf gegen den dramatischen Fachkräftemangel aussichtslos, die Sozialsysteme würden kollabieren. Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Hochschule Coburg kamen in einer Berechnung ebenfalls für die Bertelsmann-Stiftung kürzlich auf 288.000 zusätzliche internationale Arbeitskräfte, die bis 2040 nötig sind, um den Bedarf von Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu decken. Jedes Jahr.

Zum Glück gibt es eine Lösung. Allein 80.000 Syrer arbeiten in sogenannten Engpassberufen, geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. ...

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Kommentare

#1 -

Tobias Denskus | Do., 02.01.2025 - 11:10
Schweden ist ein gutes Beispiel wie man sein globales Kapital recht schnell verspielen kann.

Beseelt vom "Schweden ist toll, alle wollen kommen, also muessen wir sehr wählerisch sein" Diskurs verschärft man Regeln fuer geringer Verdienende oder hoch qualifizierte Menschen die temporär z.B. fuer Studium und/oder Promotion im Land sind. "Die hochqualifizierten Menschen die tolle Jobs annehmen sind natuerlich willkommen"-nur funktioniert das natuerlich oft nicht, denn hochqualifizierte Menschen haben Optionen und jeder Antrag auf Verlängerung von Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigungen, die ueberall buerokratisch und langwierig sind, wird abgewogen: "Gibt es das auch in Land X oder Y?". Denn, surprise, surprise, Schweden ist ...

#2 -

Franka Listersen | Do., 02.01.2025 - 13:13
" Am Umgang mit den Geflüchteten entscheidet sich die Weltoffenheit, die es braucht, um für Hochqualifizierte attraktiver zu werden."



Dieser Konnex leuchtet mir nicht ein. Oder allenfalls so: Auch hochqualifizierte ausländische Beschäftigte legen Wert auf eine rechtskonforme, konsequente, das Land nicht überfordernde und sozialverträgliche Migrationspolitik - die es nach überwältigender Auffassung der Bürger seit 2015 vielfach nicht (mehr) gab. Unterschiedliche Statui (Hochqualifizierte, Arbeitsmigranten, Flüchtlinge, politisches Asyl etc.) zu vermischen und dabei konsequent die Belastungen zu verdrängen, trägt jedenfalls nicht zu einer Akzeptanz bei.

#3 -

McFischer | Mo., 13.01.2025 - 13:55
#2 Also als Expat - mit welchem Status auch immer - ist mir die Migrationspolitik meines Gast- bzw. Arbeitslandes erst einmal relativ schnuppe. Weil es mein Leben nur sehr indirekt berührt. Was hingegen wichtig ist: Wie werde ich aufgenommen? Wer hier mit vergleichsweise unnötiger Bürokratie, separaten Regelungen, aufwändigen Dokumentenprozessen usw konfrontiert werden (oft ja nicht nur einen allein betreffend sonder auch Partner, Kinder), der überlegt sich schon, in ein "migrationsfreundlicheres" Land zu wechseln beim nächsten Jobangebot. Und die hier erwähnte "Weltoffenheit" ist eben auch ein Faktor - bin ich beim Ausländeramt ein ungewollter Bittsteller oder werde ich höflich, korrekt und ...

#5 -

Oliver | Mi., 26.02.2025 - 01:00
Als Einwanderer ist es für mich fast unmöglich, nach Abzug von fast der Hälfte meines Gehalts den Lebensunterhalt meiner Eltern zu unterstützen – ganz zu schweigen von den exorbitanten Gesundheitskosten ohne Krankenversicherung. Wir erhalten keine Steuererleichterungen, müssen aber dauerhaft dabei helfen, die gesamten Kosten für die Eltern von ‚humanitär berechtigten‘ Flüchtlingen zu tragen. ‚Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als andere.‘

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