Die Fachhochschulen haben ein Qualitätsproblem
Die Zahl der Studienabbrecher an den Fachhochschulen steigt deutlich, haben Forscher ermittelt. Wann wird ihre Studie offiziell veröffentlicht?

In der ZEIT von heute berichte ich über eine Studie, die angeblich noch gar nicht fertig ist. Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) ermittelt alle zwei Jahre die aktuellen Abbrecherquoten, Anfang 2014 haben die Forscher im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Stiftung Mercator zusätzlich ein umfangreiches Projekt namens „Studienabbruch – Umfang und Motiv“ gestartet. Schon vor Monaten sickerten erste Zahlen durch, das Geraune begann. Irgendwann im Herbst hielt ich dann eine Version der Studie in der Hand.
Der wichtigste Befund: Die Fachhochschulen haben ein Qualitätsproblem. Die Bachelor-Abbrecherquote, die bei der Erhebung vor vier Jahren bei 19 Prozent lag, ist seither um fast die Hälfte gestiegen, auf aktuell 27 Prozent. Gleichzeitig haben die Universitäten, die vor vier Jahren auf 35 Prozent kamen, den Anteil leicht, aber stetig über 33 auf jetzt 32 Prozent senken können. Diesmal hat sich das DZHW den Studienanfänger-Jahrgang 2010/11 und seinen Verbleib angeschaut.
Das BMBF tut sich offenbar schwer mit den Ergebnissen. Einen Termin, wann denn die Studie offiziell veröffentlicht werden soll, kann das Ministerium nicht ...
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Kommentare
#1 - da sprechen Sie ein für das Hochschulsystem sehr wichtiges…
Dies wäre, wenn sich die Zahlen bestätigen, aber m.E. nicht allein ein Qualitätsproblem der FH. Vielmehr dürfte das Problem auch in den (teilweise impliziten) Fehl-Anreizmechanismen des Hochschulsystems liegen: Die Hochschulen werden in den Leistungs- bzw. belastungsbezogenen Finanzierungsanteilen oft noch nach den Studierendenzahlen (in den ersten Semestern) finanziert. Nur in wenigen Bundesländern geschieht dies auch nach Absolventenzahlen bzw. -quoten (m.E. nur Berlin und NRW); dies ist lobens- und unterstützenswert, genügt aber nicht.
Denn die Crux liegt ...
#2 - Dieser Kommentar erreichte mich von Dieter Höpfel von der…
Lieber Herr Wiarda,
ich möchte ich Ihnen gerne ein paar Anmerkungen aus der Hochschulpraxis senden.
Diese Anmerkungen beziehen sich in erster Linie auf Baden- Württemberg, in anderen Bundesländern mag dies u. U. etwas anders sein, im Prinzip aber wohl doch zumindest ähnlich.
1. In Baden- Württemberg wurde in den letzten Jahren die verbindliche Schulempfehlung gestrichen. Die Folge davon ist, dass inzwischen in den Städten über 60 % der Schülerinnen und Schüler auf das Gymnasium gehen (in manchen Stadtteilen bis zu ...
#3 - ...4. Man muss also m. E. nicht nur auf Zahlen (wie groß…
4. Man muss also m. E. nicht nur auf Zahlen (wie groß ist die Dropout- Quote) achten, sondern auch auf die Qualität der Ausbildung, die sicher bereits in der Schule beginnt. Mit sehr großem Aufwand versuchen wir (ebenso wie die Universitäten, dass sich die Dropout- Quoten nun angleichen, ist daher auch nicht verwunderlich) jetzt die Versäumnisse der Schulen insbesondere in den für uns wichtigen Naturwissenschaften auszugleichen, was mit Sicherheit sehr viel mehr kostet als eine gute Schulausbildung im Vergleich hierzu. In einigen Bundesländern werden die finanziellen Ressourcen bereits mehr oder weniger stark an die Dropout- Quote gebunden (Anzahl Studierende, ...
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