So könnte es gehen
Wie Deutschlands Universitäten den Sprung aus der Lehrstuhl-Erstarrung schaffen könnten: Die Junge Akademie veröffentlicht ein lesenswertes Plädoyer für den Siegeszug der Department-Struktur.

Abbildung: Junge Akademie
DIE TRAUEN SICH WAS. Fünf Mitglieder der Jungen Akademie nehmen es mit der geballten Macht der deutschen Lehrstuhlinhaber auf. In ihrem Papier , das heute veröffentlicht wird, fordern sie erneut "die Schaffung einer modernen Departmentstruktur" oder griffiger: "Departments statt Lehrstühle!" Man kann sich das Augenrollen der arrivierten Hochschullehrer vorstellen, ihre verschränkten Arme, ihr Achselzucken, bevor sie antworten: "Das lassen wir mal lieber. Ist doch alles gut, wie es läuft."
Ist es eben nicht. Oder zumindest nur für eine Minderheit – eben jene Glücklichen, die es auf einen Lehrstuhl geschafft haben. Allein das wäre Grund genug, über die Zukunftsfähigkeit eines Organisationsprinzips nachzudenken, dass sich aus längst vergangenen Jahrhunderten herübergerettet hat, aus Universitäten, an denen nur ein paar hundert Studenten eingeschrieben waren, um "bei Professor Soundso" zu studieren. Aber der deutsche Sonderweg des Lehrstuhls gefährdet auch die Zukunftsfähigkeit des zuletzt so oft gepriesenen Forschungsstandortes Bundesrepublik.
Übrigens will ich das mit dem Augenrollen zurücknehmen. Ich bin davon überzeugt, dass auch unter den Lehrstuhlinhabern von heute viele sind, die genau wissen, dass die Strukturreform ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - Ein interessanter Denkansatz! Sicher auch ein bisschen auf…
#2 - Forschungsgeräte werden vielerorts bereits gemeinsam…
#3 - @HmmDie von Ihnen erwähnten Situation sind mehr als real…
Die von Ihnen erwähnten Situation sind mehr als real in dem Sinne, dass die Zeit, die ich als Prof. für Verwaltungsaufgaben aufbringen muss Jahr für Jahr inkrementell zunimmt. Ich kann mich nicht erinnern jemals ein Rundschreiben erhalten zu haben, in dem mit mitgeteilt wird, dass diese oder jene Verwaltungsvorschrift entfällt. Digitalisierung ist auch ein Fremdwort, so das Dienstreiseanträge und -abrechnungen nur auf Papier erfolgen dürfen. Auch kann ich praktisch keine Unterschriftberechtigung delegieren - der Prof. wird zum Bottleneck. Diese Vorgänge haben aber wenig Zusammenhang mit geteilten Sekretariaten. Eine Sekretärin oder ein Sekretär an einer Uni wird soo miserabel bezahlt ...
#4 - Ich kann die Forderung der Jungen Akademie zur…
#5 - Eine Departmentstruktur bietet sicherlich, wenn in dieser…
#6 - Ich stimme Herrn Prof. Günther zu, dass die Rekrutierung…
Mir gehen drei weitere Aspekte durch den Kopf:
1 Abgehobenheit: Die Beispiele LSE (London) und Janelia des HHMI (Ashburn, USA), die das JA Papier für bereits funktionierende Departments nennt, sind an Institutionen angesiedelt sind, die über Mittel verfügen, die es in Deutschland abgesehen von der MPG nirgendwo gibt. Eine ...
Neuen Kommentar hinzufügen