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Warum ich die Exzellenzstrategie für falsch konzipiert halte

Solange der Erfolg im Wettbewerb vor allem vom getriebenen bürokratischen Aufwand abhängt, ist sein Ergebnis nicht mehr als ein verwackelter Schnappschuss der Unilandschaft. Ein Gastbeitrag von Ernst-Ludwig von Thadden.

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Artikelbild: Warum ich die Exzellenzstrategie für falsch konzipiert halte

Tom Thistlethwaite: " KTM - Exzellent" Bike Decal , CC BY-NC 2.0

MORGEN KOMMT IN den Universitäten, die sich in der Hauptrunde der "Exzellenzstrategie" um Exzellenzcluster bewerben durften, die über zweijährige Massenmobilisierung zu ihrem vorläufigen Ende. Bis 12 Uhr müssen sie ihre Anträge einreichen, und im Herbst erfahren sie dann, ob sie zu den glücklichen Gewinnern gehören, die die von ihnen erdachten Exzellenzvorhaben umsetzen dürfen.

Für alle noch im Wettbewerb befindlichen Universitäten ist der 21. Februar ein Tag der Erleichterung, und ich wünsche ihnen Glück. Ich möchte den Tag aber zum Anlass für einige kritische Anmerkungen zu diesem Großprojekt der deutschen Wissenschaftspolitik nehmen. Als Rektor einer Universität, deren zwei Clustervorschläge bereits in der Vorrunde ausgeschieden sind, mag das einen Beigeschmack haben, aber wer meine Position der vergangenen Jahre kennt, wird mich zumindest nicht der Logik des Fuchses in der Fabel von den sauren Trauben verdächtigen. Im Gegenteil. Ich habe die Exzellenzstrategie in einigen wichtigen Punkten von Beginn an für verfehlt gehalten, habe dies aber in der gebotenen Abwägung immer nur sehr vorsichtig ausgedrückt. Der Ausgang der ersten Wettbewerbsrunde vom vergangenen Herbst hat meine ursprüngliche Einschätzung aber eher bestärkt.

Die von Dieter Imboden geleitete "Internationale Expertenkommission Exzellenzinitiative" (IEKE) hatte im Januar 2016 einen bemerkenswerten Bericht vorgelegt, der sowohl eine kritische ...

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Kommentare

#1 -

Laubeiter | Di., 20.02.2018 - 15:24
Magnifizienz, ich verstehe Ihren Unmut darüber, dass Ihre in VWL ohne Zweifel führende Universität in der Vorrunde des Wettbewerbs um institutionelle Förderung von Exzellenzuniversitäten ausgeschieden ist.

Ihr Argument scheint mir, dass bei einer Vorrunde, die allein past merits bewertet hätte, nicht Mannheim, sondern andere hätten ausscheiden müssen. Ich möchte dagegen halten, dass Universität von "universitas" abstammt und dass Forderung nach "universitas" sich sehr gut verträgt mit dem Kriterium der aktuellen, dritten Runde der Exzellenzförderung, eine Universität müsse notwendigerweise in mindestens zwei EXCs ehrgeizige Forschungsziele entwickeln, um EXU Förderung zu erhalten. Mannheim kann stolz sein auf das, was es erreicht hat, ...

#3 -

Mannheimer Studi | Do., 22.02.2018 - 10:56
So nachvollziehbar die Argumentation der nicht in einer Linie liegenden Anreize von jedem einzelnen Professor und der Fakultät/Universität als Ganze ist, so bleibt doch die Frage, wie andere Universitäten dieses Problem lösen. Zu berücksichtigen ist natürlich auch die vergleichsweise kleine Rolle die die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in der Ex-I spielten und wohl auch in der Ex-S spielen werden. Auch die schiere Größe der Universität scheint nicht unbedeutend zu sein.

Dennoch gibt es Gegenbeispiele sehr erfolgreicher Fakultäten, die beides zu vereinen scheinen: International anerkannte Forschung und erfolgreiche Antragschreiberei im Heimatland (siehe Bonn). Möglich, dass in Mannheim der Eigennutz im Universitätsalltag zu ...

#4 -

gurx | Do., 22.02.2018 - 19:31
Ich habe selbst an unterschiedlichen Universitäten im In- und Ausland gearbeitet und noch viel mehr international besucht. Auch Mannheim kenne ich.



Für mich erstaunlich ist, wie schlecht ausgestattet auch Exzellenzuniversitäten sind. Das ist für mich aber kein Finanzierungsproblem sondern eine Strukturfrage. Gebäude gehören nicht den Unis, Personal bezahlen die Länder strikt nach Tarifverträgen usw. Auch eine EXU hat deshalb oft marode Gebäude und schlecht finanziertes Personal.



Sehen Sie sich mal andere Länder an. Manche zeigen vor, wie man es machen kann.



Die Politik ist nicht nur gefordert, eine Exzellenzinitiative zu starten, sondern muss insgesamt die besten Voraussetzungen für Universitäten schaffen.

#5 -

Zechlin | Fr., 09.03.2018 - 12:57
Der Autor macht einen sehr wichtigen Unterschied: Gute Wissenschaft und gute Organsiation von Wissenschaft sind zwei paar verschiedene Schuhe. Wenn man das verwechselt, kommt es eben zu "guter Arbeit in falscher Mission". Diese Verwechslung ist aber weit verbreitet, z.B. auch in der Rechtsprechung zur Wissenschaftsfreiheit.

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