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Wie man wirklich stark wird

Hochschulen brauchen wirkmächtige Chefs. Doch echte Macht erwächst ihnen nur, wenn gleichzeitig neue Formen der Mitbestimmung für alle etabliert werden. Eine Replik auf George Turner.

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Artikelbild: Wie man wirklich stark wird

EINES MÖCHTE ICH vorab versichern. Ich bin keiner, der sich Universitäten zurückwünscht, wie sie in den 70er und 80er Jahren organisiert gewesen sein sollen. Teilweise unregierbar, gefangen in der Selbstblockade zwischen den Statusgruppen, schwachen Rektoren und Dekanen, die keine Lust zum Führen hatten. Keine Ahnung, ob und wann Hochschulen wirklich so eine miese Governance hatten, aber das ist das Bild, das viele heute von ihnen zeichnen.

Zum Beispiel mein Tagesspiegel -Mitkolumnist George Turner. Bereits im Februar warnte er: "Mitbestimmung nicht übertreiben", und vergangene Woche befand er sogar : "Mitbestimmung lenkt nur ab.“ Dass Berlin eine Arbeitsgruppe "Demokratische Hochschule" eingerichtet habe, zeige, "wie weit man sich von der Kernfrage entfernt". Die da laute: "Wie Einrichtungen zu organisieren sind, deren Aufgabe Forschung und Lehre ist".

Nun hat George Turner eindeutig den Erfahrungsvorteil. Ich kann dem vor allem meinen womöglich naiven Glauben entgegensetzen, dass nur eine Hochschule, die mit sich und allen ihren Mitgliedern im Reinen ist, eine starke, eine handlungsfähige Hochschule sein kann.

Eines weiß allerdings genau: In den vergangenen 20 ...

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Kommentare

#1 -

Daniel Siemens | Mo., 03.12.2018 - 15:10
Sehr geehrter Herr Wiarda, danke für Ihre differenzierte Stellungnahme, die ich voll unterstützen würde. Ein vergleichender Blick nach Großbritannien, wo ich inzwischen tätig bin, lohnt in diesem Zusammenhang besonders. Hier kann man besichtigen, wie die Motivation und damit verbunden auch die Leistung sinkt, wenn akademische Mitbestimmung allenfalls auf dem Papier steht. Mit herzlichen Grüßen, Ihr
Daniel Siemens

#2 -

Thomas Stelzer-Rothe | Mo., 03.12.2018 - 15:39
Da ich seit vielen Jahren als Mentor und Coach Professorinnen und Professoren berate und selbst Hochschullehrer bin, kann ich die kritischen Aussagen des Artikels nur bestätigen. Zusammen mit den empirischen Untersuchungen, die ich in den letzten 10 Jahren an den Fachhochschulen in NRW durchgeführt habe, ergibt sich zumindest an einigen Hochschulen ein düsteres Bild. Eine Lösung ist dringend angeraten, weil die bisherigen Versuche über formell stärkere Hochschulleitungen ins Leere laufen oder massive Konflikte hervorrufen, wenn die Akzeptanz bei den Betroffenen fehlt. Das ist durchaus in NRW beobachtbar.



Im Kern steht nach wie vor und immer wieder die mit Verantwortung wahrgenommene ...

#3 -

Michael Hoelscher | Fr., 07.12.2018 - 10:48
Tatsächlich '"knirscht es an vielen Stellen". Und es gibt genügend Dinge, die sich (mehr oder weniger leicht) in der Governance verbessern lassen.

Aber das "Knirschen" werden wir in den Hochschulen als "spezifischen" Organisationen (C. Musselin) nicht weg bekommen, und sollten wir meiner Meinung nach auch nicht. Wichtig ist zu gucken, wo sich dadurch Reibungsverluste ergeben, und wo dadurch produktive Wärme entsteht.

Das Ziel guten Wissenschaftsmanagements und Governance muss es sein, möglichst große Freiräume für Motivation und Kreativität zu schaffen. Die Hochschulen sind so komplex, dass sie an manchen Stellen etwas mehr Führung / Strategie durchaus vertragen, gleichzeitig aber an anderen ...

#4 -

Dieter Timmerm… | Fr., 07.12.2018 - 13:05
Mitbestimmung ist nicht gleich Mitbestimmung, es kommt darauf an, wie eine Hochschulleitung die von ihr geplanten oder auch schon getroffenen Entscheidungen vorbereitet und kommuniziert. Es ist m. E. nicht so entscheidend, dass alle Entscheidungsbetroffenen (Lehrende, Mitarbeitende, Studierende) basisdemokratisch an den Entscheidungen mitwirken, sondern dass zunächst kommuniziert wird, was entschieden bzw. was verändert werden soll. Hier geht es also um die Frage der Handlungsziele. Zweitens mus kommuniziert werden, wie das Ziel/ die Ziele erreicht werden soll(en). Drittens ist zu klären, wer (welche Personen aus welchen Statusgruppen) an der Erarbeitung und Konkretisierung der Ziele , der Handlungsalternativen und des letztlich erarbeiteten Vorschlags ...

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