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59, männlich, westdeutsch

Die deutschen Universitäten wollen dynamisch sein, vielfältig, international. Eine Studie zeigt nun die Realität in ihren Chefetagen.

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Artikelbild: 59, männlich, westdeutsch

Bild: Designed by rawpixel.com / Freepik

AM WICHTIGSTEN, sagt Merith Niehuss, seien immer noch die Vorbilder, die "Role Models", wie sie es formuliert: "So wie Angela Merkel. Aber auch jede Unipräsidentin ist eines, und je mehr wir von ihnen haben, desto mehr folgen ihnen nach."

Niehuss, 64, ist Chefin der Universität der Bundeswehr München, und das seit bald anderthalb Jahrzehnten. Als sie anfing, gab es eine Handvoll Frauen unter den deutschen Rektoren, sie saßen vereinzelt in den Gremien der Hochschulrektorenkonferenz. Und Niehuss, Historikerin und Genderforscherin, wusste: Sie machte den Job nicht nur für sich, sondern auch um zu zeigen, dass die Zeit der Männerclubs zu Ende geht. Und es hat sich doch auch etwas getan in den vergangenen 14 Jahren, oder?

Nun ja, wie man es nimmt: Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat jetzt erstmals eine Vollerhebung der Chefs aller 81 staatlichen Universitäten in Deutschland vorgelegt, und die Realität zu Beginn des Jahres 2019 sah wie folgt aus: Der typische Unipräsident ist ein Mann, er ist Deutscher, genauer: Westdeutscher, und knapp 60. Konkret: Nur 19 Universitäten (23,5 Prozent) werden von Frauen geleitet und 62 von Männern. Und sage und schreibe kein einziger Unipräsident stammt aus Ostdeutschland.

Klischee und Demographie stimmen immer noch überein

"Uns hat erstaunt, stark Klischee und wirkliche Demographie immer noch übereinstimmen", sagt die CHE-Forscherin Isabel Roessler. Fast noch erstaunlicher: Dass es vor dem CHE offenbar nie jemand so genau hat wissen wollen. Die Analyse ist die erste ihrer Art. "Zumindest haben wir bei unseren Vorrecherchen keine vergleichbare Arbeit finden können", sagt Roessler, ...

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Kommentare

#1 -

Ernst Schmachtenberg | Do., 07.02.2019 - 14:25
Es kommt halt unten raus, was man oben reinwirft... Die Studie beachtet m. E. zu wenig, dass es für Wissenschaftsmanager keine eigene Laufbahn gibt. So lange die Erwartung besteht, ein(e) Präsident(in) solle ihre wissenschaftliche Kompetenz in einer Professur bewiesen haben und zugleich der Schritt ins Amt den Bruch mit dieser Wissenschaftslaufbahn bedeutet, kann ja wohl kaum was anderes herauskommen als ein Altersschnitt zwischen 55 und 65 und eine repräsentative Genderquote entsprechend dieser Alterskohorte aktiver Professoren.

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