Aber Partizipation ist nicht Kommunikation
Die neue politische Debatte über Wissenschaftskommunikation hadert mit zukunftsorientierten Lösungen. Ein Gastbeitrag des Wissenschaftsjournalisten Manfred Ronzheimer.

Foto: Thaliesin / pixabay - cco.
DIE WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION HAT es kommunikativ und konzeptionell nach oben geschafft. Das Thema ist seit dem vorigen Monat Chefinnensache – mit Vorlage eines sogenannten " Grundsatzpapieres" durch Bundesmininisterin Karliczek – und noch kurz vor Weihnachten hat sich der Deutsche Bundestag in einer Plenardebatte damit befasst. Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Kanzlerin und der Bundespräsident.
Bevor auf die aktuelle Parlamentsaussprache am 19. Dezember eingegangen wird, sei der Versuch einer Strukturierung unternommen. Der Diskurs über die Wissenschaftskommunikation, wie er jetzt in Deutschland geführt wird, hat verschiedene Beteiligte mit entsprechend unterschiedlichen Interessen und Themenschwerpunkten. Im Diskursmanagement sollten sie auseinander gehalten werden, um sie für Lösungsansätze gegebenenfalls synergetisch zusammen zu führen.
Vier Quadranten, vier sehr unterschiedliche Interessenlagen
Die Beteiligten lassen sich in einem Viereck mit vier Quadranten sortieren. Oben links ist der Bundestag, die höchste politische Vertretung der deutschen Gesellschaft, der Souverän. Rechts daneben befindet sich die Presse, auch sie ist ein gesellschaftlicher Akteur, wenngleich nicht mandantiert, aber doch im Auftrag des Grundgesetzes, im gleichen Artikel wie die Wissenschaft. Dieser Quadrant wird in unserm Kontext vom Wissenschaftsjournalismus besetzt.
Im linken unteren Quadranten, also unterhalb der Legislative, ist die Exekutive angeordnet, in diesem Fall das fachlich zuständige Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist in starkem Maße für die Strukturierung und Mittelverteilung zuständig. Rechts unten befindet sich der Quadrant der Wissenschaft, des Wissenschaftssystems, hier vertreten durch seine kommunikativen Instanzen: die Wissenschaftskommunikation, die keine gesellschaftliche Aufgabe hat, sondern für die institutionalisierte Wissenschaft spricht. Die Ordnung also: Parlament, Wissenschaftsjournalismus, Ministerium, Wissenschaftskommunikation.
Kurz zu den jeweiligen Interessenlagen: Das Parlament arbeitet gegenwärtig einen Punkt in der Koalitionsvereinbarung ab, der schon im Regierungsvertrag 2013 stand, aber nicht erfüllt wurde. Es handelt sich also um eine ziemlich olle Kamelle ohne großen Realisierungsdruck für die Abgeordneten.
Anders stellt sich die Lage im Ministerium dar, wo die neue Ministerin ihre eingangs wissenschaftliche Unterinformiertheit zum politischen Schwerpunktprogramm gemacht hat (neben Digitalisierung und Berufsbildung). Hier kommt der Realisierungsdruck also von oben. Gefüttert und bestätigt werden die ...
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Kommentare
#1 - Zunächst einmal: Ein riesiges Dankeschön an Manfred…
Über eine Förderung des Wissenschaftsjournalismus zu sprechen, ist aus mehreren Gründen schwierig. Einerseits gehört er eindeutig, ...
#2 - Wer noch mehr lesen will: Hier der erweiterte…
https://www.facebook.com/manfred.ronzheimer/posts/2784275891624442
27.12.2019
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