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Der steinige Weg zu einem anderen Bildungsföderalismus

Die Bildungsminister starten ihre neue Konferenz in der KMK, veröffentlichen ein bemerkenswertes Gründungspapier, eine Empfehlung zum Umgang mit KI – und kämpfen mit den Widersprüchen ihres Aufbruchs.

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Artikelbild: Der steinige Weg zu einem anderen Bildungsföderalismus

Die Illustration wurde mit Hilfe einer generativen KI erstellt.

MANCHMAL KANN schon eine Sitzung an sich Ausdruck großer Veränderungen sein. Am Donnerstag war das so, als sich in Berlin erstmals die neue Bildungsministerkonferenz, kurz Bildungs-MK, traf.

Seit ihrer Gründung 1948, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig bei der anschließenden Pressekonferenz, habe die Kultusministerkonferenz (KMK) keine so grundlegenden Reformen erlebt, wie sie derzeit abliefen. Und das, fügte die Koordinatorin der SPD-Seite hinzu, dank der eigens eingesetzten Strukturkommission derart einvernehmlich und geräuschlos, dass viele fälschlicherweise dächten, da sei gar nicht viel passiert.

Die Gründung einer Bildungs-MK ist, wenn aus Sicht etlicher Bildungsminister auch zunächst nicht ganz freiwillig, die Konsequenz einer seit Jahren laufenden Entwicklung. Traditionell waren in den meisten Ländern die Zuständigkeiten für Schule/Bildung, Wissenschaft/Hochschulen und Kultur in einem Ressort vereint: dem Kultusministerium. Insofern war ihre länderübergreifende Koordinierung in einer Kultusministerkonferenz stimmig.

Doch über die Jahrzehnte haben sich die Zuständigkeiten für die drei Teilbereichen fast überall aufgeteilt, neue Kombinationen wie "Bildung, Jugend und Familie" oder "Wissenschaft und Wirtschaft" entstanden. Mit dem Ergebnis, dass die Minister weite Teile der KMK-Sitzungen als Zeitverschwendung empfanden, weil Themen abgehandelt wurden, für die sie gar nicht mehr zuständig waren. Viele Ressortchefs schwänzten, andere zeigten sich genervt über die Fließband-Abarbeitung unzähliger Tagesordnungspunkte, die von der Verwaltung hochgespült wurden und strategisch-politische Debatten in der Ministerkonferenz weitgehend verdrängten.

Gleichzeitig erschien die KMK Kritikern mit ihrem Gremiendickicht und den starren Entscheidungsabläufen bei gleichzeitig geringer Verbindlichkeit immer weniger in der Lage, auf die modernen Herausforderungen im Bildungssystem adäquat zu reagieren – von der Bildungsbenachteiligung über die Digitalisierung bis hin zu den Forderungen nach bundesweit vergleichbaren Bildungsabschlüssen, deren Fehlen sogar vom Bundesverfassungsgericht attestiert wurde.

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Kommentare

#1 -

tutnichtszursache | Fr., 11.10.2024 - 21:22
Danke für die laufende KMK-Berichterstattung in diesem Blog. Das weiß ich auch deshalb zu schätzen, weil die KMK - und damit bin ich bei einem nicht erwähnten Punkt - eines der intransparentesten politischen Konstruktionen in Deutschland ist. Leider scheint, soweit man es denn von außen sagen kann, dieser Aspekt in der Reformdiskussion nicht zur Sprache gekommen sein.

Etwa: Hat die KMK eine Meinung zu, sagen wir, KI? Dem Dualen Studium? Der Hochschulpolitik der Europäischen Kommission? Man kann nur ahnen, dass es dazu KMK-Gremien gibt (von deren Existenz und Zusammensetzung man nichts weiß, die auch länderexklusiv sind und tendenziell keine Stakeholder ...

#2 -

Wolfgang Kühnel | So., 13.10.2024 - 00:56
"... man wolle sich auf wenige Gremien, die politisch gesteuert würden, konzentrieren. Wieder einmal eine ehrgeizige Ansage."



Vielleicht ist ja die "politische Steuerung" selbst eine Ursache vieler Übel? Ob wohl die SWK auch "politisch gesteuert" wird? Nach dem oberflächlichen Anschein könnte es so sein.

Die typisch deutsche Bürokratie mit ihrer Neigung, sich aufzublähen, verbindet sich mit einer Tendenz, durch die "politische Steuerung" eine CDU-Bildung und eine SPD-Bildung voneinander abzugrenzen. Das Resultat ist ein Leerlauf, der niemandem nützt. Angesichts der gegenwärtigen Probleme beim Thema Bildung ist jede parteipolitische Profilierung nur kontraproduktiv.

#3 -

Franka Listersen | Mo., 14.10.2024 - 12:14
"Schlagkräftiger Bildungs-Föderalismus" würde die föderale Ausrichtung der staatlichen Bildung stärken, also den Wettbewerb um Qualität und Zuspruch, immer mit Blick auf die Abnehmer der Bildungsleistung: Schüler, Betriebe, Hochschulen. Wenn Zentralisierung nicht der richtige Weg für eine evolutive und explorative Entwicklung ist (und obendrein verfassungswidrig), dann ist es letztlich egal, ob jene über den Bund oder eine Ländergemeinschaft (KMK) erfolgt. Verantwortung für Bildung gehört da gebündelt, wo sie organisiert wird: in den jeweiligen Ländern.

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