Wo Fakten allein eben nicht reichen
Wenn es um Essen geht, ist Gentechnik ist immer noch das Sorgenthema der Deutschen schlechthin – während andere Risiken massiv unterschätzt werden. Was folgt daraus für die Wissenschaft?


DIE UMFRAGE ERSCHIEN pünktlich zum Science March, und doch hat sie bislang kaum einer wahrgenommen. Dabei ist der " BfR-Verbrauchermonitor ", den das Bundesinstitut für Risikobewertung alle sechs Monate veröffentlicht, alles andere als eine gewöhnliche Konsumentenumfrage. Es geht darin nicht um irgendwelche Vorlieben, Gewohnheiten oder die neusten Luxustrends; der Verbrauchermonitor handelt von Ängsten, falschen Wahrnehmungen und echten Risiken. Was lässt die Menschen in Deutschland um ihre Gesundheit fürchten? Wo vermuten sie die größten Gefahren für sich und ihre Familie?
Die Ergebnisse der repräsentativen Studie sind aus Sicht der Wissenschaft besorgniserregend. Zumindest wenn die Wissenschaft ihr am Samstag in die Innenstädte herausgerufenes Ziel, sich den Nicht-Wissenschaftlern stärker erklären zu wollen, ernst nimmt.
Bei der Frage nach den größten gesundheitlichen Risiken kommen im "Verbrauchermonitor" noch die nachvollziehbaren Antworten: zuerst das Rauchen, dann Klima- und Umweltbelastungen, ungesunde Ernährung, Alkohol. Als nächstes aber wollte das BfR von den Verbrauchern wissen, von welchen "Gesundheits- und Verbraucherthemen" sie überhaupt schon einmal gehört haben. 93 Prozent pickten "gentechnisch veränderte Lebensmittel" aus der ihnen präsentierten ...
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