Es kommt der Tag, da will die Säge sägen
Max-Planck-Vizepräsident Ferdi Schüth ist der Kopf hinter den Max Planck Schools. Im Interview antwortet er auf die harsche Kritik der Universitäten und verrät, wie genau die Schools funktionieren sollen.

Herr Schüth, die Max-Planck-Gesellschaft will die Wissenschaftswelt mit einer, wie Sie sicherlich gleich sagen werden, großartigen Idee beglücken. Die Gründung so genannter Max Planck Schools. Und was macht die Wissenschaftswelt: Sie mäkelt an sämtlichen Details herum. Nervt Sie das?
Also ich erlebe das anders. Die Leute, mit denen ich spreche, sagen fast ausnahmslos: Das ist ein super Einfall, ein tolles Konzept, bottom up von der Wissenschaft her gedacht, organisationsübergreifend. Die wissenschaftliche Exzellenz ist in Deutschland über das ganze Land verteilt. Top-Forscherinnen und Forscher sind bei Max-Planck und genauso an Universitäten oder bei anderen Forschungsorganisationen. Wir bringen mit unserer Initiative alle diese Leute zusammen, damit sie gemeinsam eine Strahlkraft entwickeln, wie sie eine Forschungsorganisation, eine Universität allein in Deutschland nie haben könnte. Mit dieser Strahlkraft schaffen wir es zum ersten Mal, mit Harvard, Berkeley oder Cambridge um die talentiertesten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler konkurrieren zu können. Alle sind von dem Konzept begeistert. Die Kritik, wenn sie uns begegnet, setzt allein bei der Umsetzung an.
Kürzlich hat die German U15, in dem sich 15 der größten deutschen Universitäten verbunden haben, einen Brief an Bundesministerin Johanna Wanka geschrieben. Schon der Name der Schools sei der falsche, schrieben die Rektoren. Außerdem berge das aktuelle Konzept die Gefahr, dass das Promotionsrecht der Universitäten schleichend ausgehöhlt werde. Hat Sie die Kritik auf dem falschen Fuß erwischt?
Inhaltlich nicht. Dass die Rektoren ihren Brief gleich an die Ministerin geschickt haben, schon eher. Es ist ja nicht so, dass wir nicht mit allen Beteiligten seit Wochen im Gespräch sind. Die Bedenken an sich hatte uns die U15 auch in einem langen persönlichen Gespräch mitgeteilt. Übrigens erfahren wir aus dem anderen großen Universitätsverbund, der TU9, eine deutlich stärkere Zustimmung für unser Konzept.
Den Namen Max Planck Schools finden aber auch die anderen außeruniversitären Forschungsorganisationen wenig amüsant. Wenn der bleibt, machen wir nicht mit, sagen einige hinter vorgehaltener Hand.
Wir haben den ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen