Neue Ordnung für die Bildungsanarchie?
Die Politik wollte Vielfalt in der Hochschullandschaft. Die hat sie bekommen. Jetzt sind Wissenschaftler und Hochschulmanager auf der Suche nach dem systematischen Überbau. Ein Gastbeitrag von Christine Prußky.

DAS HAT ES noch nicht gegeben: Sechs Berliner Fachhochschulen treten gemeinsam in einem bundesweiten Wettbewerb an. 15 Millionen Euro fließen in die Hauptstadt, wenn der Berliner Verbundantrag die Gutachter der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“ überzeugt. Die Entscheidung fällt zwar erst in ein paar Wochen, doch die Stadt darf sich schon jetzt als Gewinner sehen.
Allein die Antragsarbeit hat die Hochschulen einander näher gebracht, sie haben gemeinsame Ziele identifiziert und ein Wir-Gefühl erfahren: „Wir“, sagt Bettina Völter, Prorektorin an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, „engagieren uns für die Lösung von zentralen Fragen der wachsenden Metropole Berlin“.
Das klingt nebulöser als es ist. Ein gemeinsames Gründungszentrum ist geplant, und über die gesamte Stadt verteilt sollen Anlaufstellen für den Wissensaustausch entstehen. Orte also, an denen sich Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft finden können. Wo es Raum und Zeit für sie gibt, am Beispiel Berlin die Bedürfnisse wachsenden Städten auszumachen und so wissenschaftlich fundiert wie praxisnah zu beantworten. Das also ist der Plan. Und seine bloße Existenz scheint den sechs Hochschulen einen Swing zu ...
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