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Zufällig, zersplittert, ineffizient

Der Bildungsforscher Eckhard Klieme über vermeintliche Testeritis, den Einfluss von Stiftungen in der Schulpolitik und die mangelnde Koordination zwischen den Bundesländern.

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Herr Klieme, seit einer Weile ist die Forderung, das Kooperationsverbot abzuschaffen, schwer in Mode. Erst kürzlich hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die dafür nötige Verfassungsänderung zur Grundlage seiner „ Nationalen Bildungs allianz“ erklärt. Zu Recht?

In der Tat würde ich als Bürger, dem Bildungspolitik ein wichtiges Anliegen ist, die Abschaffung begrüßen, weil der Investitionsstau so gewaltig ist und gleichzeitig die Aufgaben, vor denen unsere Kitas und Schulen stehen, beständig wachsen. Sie sollen Integration und Inklusion bewältigen, sie müssen ihre IT-Infrastruktur aufbauen, gleichzeitig sind viele Standorte marode, und angesichts steigender Schülerzahlen werden auch Neubauten gebraucht. Am wichtigsten ist aber: Wenn wir die Erzieherinnen und Lehrerinnen halten und laufend fortbilden, wenn wir zusätzliche hoch qualifizierte Menschen für den Bildungsbereich gewinnen wollen, kostet das ebenfalls Geld. Geld, das Länder, zumindest die klammen unter ihnen, offenbar nicht haben.

Also alles nur eine Frage des Geldes?

Eben nicht. Fast noch drängender ist, dass wir in Deutschland mehr inhaltliche Koordination in der Schulpolitik wagen. Mit am deutlichsten wird der Mangel an Koordination bei der Evaluation von Schulen und beim Umgang mit Tests. Wir Bildungsforscher halten die Evaluation von Schulen und Schülerleistungen für unverzichtbar, und tatsächlich haben alle Bundesländer in den vergangenen 20 Jahren daran gearbeitet. Aber die Reformen sind unkoordiniert, man hat nicht systematisch aus Fehlern gelernt und die Lehrkräfte nicht genug eingebunden. Inzwischen kursieren Parolen gegen eine angebliche Testeritis – obwohl die Wahrscheinlichkeit eines deutschen Schülers, beim Pisatest dranzukommen, nur 1 zu 500 beträgt und Vergleichsarbeiten lediglich zweimal in der Laufbahn einer Schülerin stattfinden. Fast nirgendwo auf der Welt wird so wenig getestet wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Woher stammen dann die Klagen?

Sie stammen daher, dass wir in Deutschland keine kongruente Strategie haben, um Evaluationen sinnvoll einzusetzen für die Schulentwicklung. Da wirkt vieles beliebig und unüberlegt. Es gibt Bundesländer, in denen die Daten der Vergleichsarbeiten veröffentlicht wurden, obwohl sie als interne Rückmeldung ...

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