Beim Geld hört die Bildungsrepublik auf
Haben sich die Versprechungen des Bildungsgipfels von 2008 erfüllt? Der DGB präsentiert zum letzten Mal seinen jährlichen Monitoring-Bericht.

Foto: geralt
KLAUS KLEMM ZIEHT seine Abschlussbilanz. 2008 haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die damaligen Ministerpräsidenten (von denen übrigens nur noch der Gastgeber Stanislaw Tillich im Amt ist) in Dresden die "Bildungsrepublik" ausgerufen. Seitdem hat der Essener Erziehungswissenschaftler Klemm im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) jedes Jahr nachgeprüft, wie weit Bund und Länder mit der Erfüllung ihrer Versprechen gekommen sind. Dass das überhaupt so möglich war, hängt mit einem ersten oft unterschlagenen Verdienst der damaligen Gipfelrunde zusammen: Die Regierungschefs gaben in der sächsischen Landeshauptstadt nicht nur die üblichen nett-wolkigen Gemeinplätze von sich, nein, sie benannten konkrete, messbare Ziele, versehen mit einem Erledigungsdatum: bis 2015.
Jetzt liegen die finalen Bildungsstatistiken des Jahres 2015 vor, und Klemm zieht sein Fazit. Damit endet zugleich ein bildungspolitisches Monitoring-Experiment, das der DGB in bewundernswerter Konsequenz zusammen mit dem angesehenen Experten für Bildungsforschung und Bildungsplanung durchgezogen hat. Also schon bevor wir zu den eigentlichen Ergebnissen kommen, zweimal Lob: einmal für die Politik, die bereit war, sich messen zu lassen; und für den Gewerkschaftsbund, der es dann auch getan hat.
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