Die meisten reagieren neugierig
Die VolkswagenStiftung testet Losverfahren und Förderjoker bei der Projektauswahl. Macht das die Begutachtungen fairer? Die Leiterin der Förderabteilung über erste Erfahrungen, das Aufspüren echten Schrotts und die Harmoniebedürftigkeit der meisten Gutachter.

Henrike Hartmann . Credit: Mirko Krenzel für VolkswagenStiftung
Frau Hartmann, der Wissenschaftsrat (WR) hat jüngst in einem Positionspapier eine Neuorientierung bei wissenschaftlichen Begutachtungen gefordert. "Mit einer Mischung aus behutsamen Veränderungen und mutigen Experimenten sollte es uns gelingen, das Begutachtungswesen krisenfest für die Zukunft zu machen“, erläuterte die WR-Vorsitzende Martina Brockmeier im ZEITChancen Brief. Die beiden wichtigsten Reformvorschläge dürften Ihnen bekannt vorgekommen sein, oder?
Sie meinen die im Positionspapier erwähnte Zufallsauswahl und das, was der Wissenschaftsrat als „Wild Card“ bezeichnet. Bei uns heißt die Wild Card Förderjoker. Beide Begutachtungsinstrumente setzen wir in unserer Förderinitiative „Experiment! – Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“ ein: die Wild Card seit Beginn der Initiative 2014, das Losverfahren erstmals in diesem Jahr.
Und? Funktionieren die Ideen so gut, wie der Wissenschaftsrat es hofft?
Unsere Erfahrungen sind sehr vorläufig. Es wurde auch im Kuratorium der VolkswagenStiftung lange diskutiert, ob wir Förderjoker und Losverfahren überhaupt einsetzen sollen. Was aber von Anfang an klar war: Wenn wir es machen, müssen wir die gemachten ...
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