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Konkurrenz verdirbt das Geschäft

Im Kampf gegen den Lehrermangel überbieten sich die Bundesländer mit besseren Gehältern und Verbeamtungen. Doch dieser absurde Wettbewerb löst das Problem nicht – er verschärft es sogar.

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Artikelbild: Konkurrenz verdirbt das Geschäft

Onderwijsgek: " Empty classroom.jpg ", CC BY-SA 3.0

FRAGT MAN BERLINS Bildungssenatorin Sandra Scheeres, ob Lehrerauch in der Hauptstadt bald wieder auf den Beamtenstatus hoffen dürfen, wird sie schmallippig. Darüber, sagt die SPD-Politikerin, "diskutiere ich zurzeit nicht". Vor ein paar Jahren noch hätten die meisten Bildungsexperten ihr für so einen Satz applaudiert. Die Verbeamtung von Lehrern sei eine Mogelpackung, hätten sie gesagt, der Staat ersticke an den sich anhäufenden Pensionslasten. Und heute? Heute sind diese Argumente noch genauso richtig, aber Berlin das einzige verbliebene Bundesland, das seine Lehrer nur anstellt. Und Scheeres muss sich fragen lassen, ob das so bleiben kann - ob Berlin beim Wettbieten nicht mitziehen muss, um auf dem umkämpften Markt nicht den Anschluss zu verlieren.

Lehrer sind in Deutschland eine knappe Ressource und langfristiges Denken derzeit wenig gefragt. Es geht darum, sich einen kurzfristigen Vorteil zu verschaffen in einem Wettbewerb, der immer krassere Dimensionen annimmt. Weil der Lehrermangel dramatisch ist wie selten zuvor. Allein an den Grundschulen sollen bis 2025 laut einer Bertelsmann-Studie 35 ...

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Kommentare

#1 -

tutnichtszursache | Fr., 27.07.2018 - 12:48
Einem Satz im Beitrag vermag ich nicht zu folgen: "Es geht darum, sich einen kurzfristigen Vorteil zu verschaffen in einem Wettbewerb, der immer krassere Dimensionen annimmt. "

Ist es denn wirklich ein so kurzfristiger Vorteil? Wer jetzt eineN GrundschullehrerIn an- bzw. abwirbt, darf darauf hoffen, dass er/sie einige Jahrzehnte in dem Job verbleibt.

Außerdem würde ich auch positive Seiten im Wettbewerb sehen. Neulich war zu lesen, dass manche Lehrer in manchen Bundesländern nur während der Schulzeit angestellt würden, in den Ferien gekündigt. Könnten diese sich nicht auf Beamtenstellen in Lehrermangelregionen wechseln? Dafür braucht es aber Wettbewerb statt Lehrerschwemme (wie es ...

#2 -

D. Orie | Mi., 08.08.2018 - 19:11
Wer Lehrkräfte braucht (und sie werden gebraucht), der muss Lehrkräfte ausbilden. Das, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, wird aber nicht gemacht. Die Lehrerausbildung ist an den Universitäten immer noch nicht angekommen. Dort ist im Rahmen der Hochschulautonomie jede Uni nur für sich und nicht für die Lehrerausbildung des eigenen Bundeslandes zuständig. Also wird nur nach eigenen Interessen ausgebildet: ungern und billig (die meisten Seminare werden nicht von Professorinnen oder Professoren, sondern von (preiswerterem) wissenschaftlichen Nachwuchswiss. abgehalten). Ich kenne persönlich mehrere qualifizierte und promovierte Wissenschaftlerinnen, die seit 5-10 Jahren eine Professur im Bereich der Deutschlehrerausbildung suchen. Pech, dass es hier für ...

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