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Sag mir, wo die Lehrer sind ...

An Deutschlands Schulen fehlen zehntausende Pädagogen Eine Facette des Mangels wird bislang kaum diskutiert: die hohen Schwundquoten im Lehramtsstudium. Dabei gäbe es Lösungen. Ein Gastbeitrag von Falk Radisch und Dirk Zorn.

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Artikelbild: Sag mir, wo die Lehrer sind ...

Foto: Pxhere - cco 1.0.

ANFANG MÄRZ musste die Erich-Kästner-Grundschule in der thüringischen Stadt Gera ihren Unterricht einstellen. Es fehlten so viele Lehrer, dass die Schüler nicht mehr unterrichtet, sondern nur noch verwahrt werden konnten.

Die Episode aus Gera ist vorläufiger Höhepunkt einer Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. Den Schulen gehen die Lehrkräfte aus. Der Deutsche Lehrerverband spricht vom "schlimmsten Lehrermangel seit 30 Jahren". Demnach fehlten zu Beginn des Schuljahres 2018/19 fast 40.000 Pädagogen. Bundesweit waren 10.000 Lehrerstellen überhaupt nicht besetzt und ca. 30.000 nur notdürftig mit Quereinsteigern, pensionierten Lehrern und Studierenden.

Besonders hart trifft es die Grundschulen. Hier machen sich die seit 2012 wieder steigenden Geburtenzahlen als erstes bemerkbar, es müssten also mehr Lehrer her. Doch reichen die vorhandenen Hochschulabsolventen der Lehramtsstudiengänge momentan gerade so aus, um die ausscheidenden Lehrkräfte zu ersetzen.

Der Ausbau von Ganztagsschulen (etwa im Zuge einer Umsetzung des angekündigten Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder) dürfte den Lehrerbedarf noch weiter erhöhen. Anfangs macht der Mangel an Lehrkräften nur die ...

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Kommentare

#1 -

Thomas Höhmann | Di., 09.04.2019 - 15:12
Im Artikel wurde nur eine einzige Hürde konkret genannt: die Überschneidungen zwischen einzelnen Lehrveranstaltungen, Praktika und Prüfungen. Das ist wichtig, aber es gibt garantiert noch mehr Hürden. Ein qualifizierter Datenmanager (*) könnte die finden, ein Lehrer oder Verwaltungsangestellter (*) ohne Ausbildung in Erhebungstechniken - eher nicht. Wahrscheinlich liegen weitere Gründe für die hohen Abbruchzahlen auch bei den Schulen selbst, also nicht nur bei den Unis.

#2 -

Edith Riedel | Mi., 10.04.2019 - 00:33
Was genau sind denn die angeprangerten "Hindernisse[n]und Hürde[n] (...), die geeigneten und motivierten Studierenden einen Studienabschluss erschweren"? Konkrete Beispiele wären hier sehr hilfreich, wenn nicht der Eindruck entstehen soll, dass es um die Abschaffung von Qualitätssicherung in der fachlichen Ausbildung geht...sagt eine, die lange genug gesehen hat, wie fachliche Qualifikation außen vor bleibt, wenn die Anzahl der Lehramtsstudierenden und -abschließenden hoch gehalten werden soll, damit das eigene Fach nicht in der Versenkung verschwindet.

#3 -

Falk Radisch | Mo., 15.04.2019 - 12:08
Liebe Frau Riedel, Hindernisse und Hürden sind sehr komplex. Es reicht von Dingen, die man schwerlich beeinflussen kann (z.B. private Gründe) über generelle studienbezogene Probleme (z.B. Finanzierung des Lebensunterhaltes) bis hin zu Problemen, die mit dem Lehramts-Studium zusammenhängen. Immerhin ist es neben Medizin das komplexeste Studium, das man sich denken kann. Es isnd etwa sehr heterogene Fachdisziplinen mit je eigenen Kulturen beteiligt. In der Regel sind diverse Bildungswissenschaften, 2 Fachwissenschaften und zwei Fachdidaktiken schon rein strukturell zu koordinieren. Das ist für Lehre und Prüfungsmanagement hoch komplex. Es geht weiter mit Fragen der studien- und berufsbezogenen "Eignung", Einstellungsmuster usw. und es ...

#4 -

Peter C. | Mo., 29.04.2019 - 11:38
Die Wahrheit liegt nicht nur in den Daten, da sollte auch qualitativ nachgeforscht werden.



Denn es gibt schließlich bereits Lehramtsstudiengänge mit erheblich größerem Praxisanteil, die nichts desto trotz relativ hohe Abbrecher-Quoten aufweisen. Meine These dazu: Desillusionierung. Wenn die Lehramtsstudenten das erste mal mehrere Wochen oder gar Monate während des Studiums in die Schulen kommen und den tatsächlichen Zustand der Schulorganisation mal aus Lehrersicht erleben, wie viel persönlichen Enthusiasmus braucht es dann, um am Ball zu bleiben?



Wenn selbst studentische Hilfskräfte bessere Arbeitsbedingungen als der Durchschnittslehrer haben: Arbeitsplatz mit Rechner und zusätzlicher Ausstattung (Laptop, Beamer, mobile Whiteboards, etc.), Internet, E-Mail-Adresse, geregeltes ...

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