Wissenschaftspolitisches Novum
Nachdem alle Länder Ja gesagt haben, kann das neue BIG kommen: Ein vom Bund finanziertes Forschungsinstitut wird in eine Landesuniversität integriert. Die lange Geschichte einer Entscheidung.

Screenshot der BIG-Website. Das BIG selbst nutzt im Gegensatz zur Politik die Abkürzung BIH ("Berlin Institute of Health").
BERLINS WISSENSCHAFTSSTAATSSEKRETÄR frohlockte. Es sei "erstmalig, dass der Bund direkt in eine universitäre Einrichtung investiert", schrieb Steffen Krach gestern bei Twitter.
Kurz vorher hatte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) zugestimmt, dass das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) in die Charité integriert wird. Der Bund finanziert die Einrichtung mit 75 Millionen Euro pro Jahr – dauerhaft und unbefristet. Damit endet eine mehrjährige Hängepartie. Denn die bisherige Organisation des BIG hatte sich als zu komplex und in der Praxis wenig probat erwiesen.
Holpriger Start, und danach wurde es kaum besser
Es fing damit an, dass vier Jahre verstrichen, bis aus dem von 2011 stammenden ersten Memorandum of Understanding zwischen der Berliner Charité (Land) und dem zur Helmholtz-Gemeinschaft (90 Prozent Bundesfinanzierung) gehörenden Max-Delbrück-Centrum überhaupt eine eigene rechtsfähige Körperschaft wurde. Dazwischen gab es ein Gezerre um die Zuständigkeiten zwischen Charité und MDC, zwischen Land und Bund: War das BIG jetzt die Tochter der beiden Partnerorganisationen, oder ist war selbst die Mutter? Und wer sollte jetzt den Aufsichtsrat leiten? Das BMBF oder doch Berliner Senatsverwaltung? Unterdessen forderte der ...
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