Hype und Hippokrates
Medizin ist eine Wissenschaft – und ein Geschäft, das verführt. Umso mehr gilt: Die Disziplin muss ehrgeiziger an ihren Qualitätsstandards arbeiten. Ein Kommentar.

Foto: punggolzenith / pixabay - cco.
DIE MAX-PLANCK-GESELLSCHAFT HAT vor zwei Wochen den Direktor ihrer Psychiatrischen Klinik in München entlassen – fristlos und bislang ohne offizielle Begründung. Gegen ihn ermittelt seit Jahren die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug. Nur einen Tag später gab das Universitätsklinikum Heidelberg bekannt: Die Vorstandsvorsitzende und die Kaufmännische Direktorin treten zurück, Grund: der Skandal um einen durch Heidelberger Mediziner zu Unrecht hochgejazzten Krebstest und der Umgang des Klinikvorstands damit.
Die zeitliche Nähe beider Meldungen war Zufall. Und doch gibt es womöglich eine Systematik, die sie verbindet mit so vielen anderen vermuteten oder bewiesenen Fällen, in denen die Medizin als wissenschaftliche Disziplin eine unrühmliche Rolle spielt. Allein für die Charité listet zum Beispiel die Online-Plattform Vroniplag Wiki 34 medizinische Doktorarbeiten und Habilitationen auf, deren Urhebern sie Täuschung vorwirft. Neun von ihnen hat die Charité bisher den Titel aberkannt.
Die Systematik, der Zusammenhang ist, so platt das zunächst klingen mag, Geld. Die Aussicht auf persönlichen Wohlstand, vor allem aber auf Macht und Ruhm, die Geld mit sich bringt. Und viel ...
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