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Heftig, bitter, richtig

Am Heidelberger Universitätsklinikum rollen die Köpfe. Doch wie geht es jetzt weiter? Ein Kommentar.

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Artikelbild: Heftig, bitter, richtig

Foto: Ewa Urban / pixabay - cco.

DIE EXZELLENZSTRATEGIE IST vorbei, und in Heidelberg rollen die Köpfe. Am 19. Juli hat die altehrwürdige Universität nach zwischenzeitlich viel Zittern doch wieder den Exzellenztitel errungen, am 25. Juli trat der Dekan der Medizinischen Fakultät zurück. Und nur fünf Tage später folgten nun die Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums, Annette Grüters-Kieslich, und die Kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan. Damit hat der Vorstand des Klinikums drei seiner fünf Mitglieder eingebüßt. Und es waren die drei führenden Mitglieder.

Die personellen Konsequenzen aus Skandal um einen verfrüht angekündigten Bluttest sind heftig, bitter – und richtig. Dass sie dem Drehbuch der Exzellenzstrategie folgen, geschenkt. Dass sie automatisch den Neuanfang ermöglichen: unsicher.

Grüters-Kieslich und Gürkan blieb keine andere Wahl mehr

Es hörte sich so eigeninitiativ an in der gestrigen Pressemitteilung des Aufsichtsrats: Grüters-Kieslich und Gürkan hätten gegenüber dem Gremium erklärt, ihr Amt vorzeitig niederzulegen. Wieviel Selbsterkenntnis und Eigenmächtigkeit tatsächlich in ihrer Entscheidung lagen und inwieweit der Aufsichtsrat ihnen keine andere Wahl als den Rücktritt ließ, darüber könnte man an dieser Stelle philosophieren. Oder einfach feststellen: Die drei, Draguhn inklusive, waren nach dem Zwischenergebnis, ...

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Kommentare

#1 -

Historiker | Mi., 31.07.2019 - 14:29
"Die personellen Konsequenzen aus (dem) Skandal um einen verfrüht angekündigten Bluttest sind heftig, bitter – und richtig. Dass sie dem Drehbuch der Exzellenzstrategie folgen, geschenkt."



Ja, das ist ein Teil der Wahrheit: Um den Exzellenzstatus zu retten, musste der Aufsichtsrat handeln, mit dem Zwischenbericht noch vor der entscheidenden Exzellenz-Sitzung. Freilich griff er erst durch, nachdem die Rhein-Neckar-Zeitung die wiederholten Vertuschungsversuche des Klinikumsvorstands enthüllt und damit ein "unter den Teppich kehren" der Mitverantwortung des Vorstands verunmöglicht hatte.



Seit 2.500 Jahren unterscheidet man in der Geschichtsschreibung zwischen Ursache und Anlaß. Ja, die Exzellenzinitiative war Anlaß für die personellen Konsequenzen. Aber sie dürfte ...

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