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Ja ohne Ansage

Am Freitag hat der Bundesrat überraschend der Akademisierung der Hebammenausbildung zugestimmt, auch die Psychotherapeuten erhalten ein eigenes Studium. Die Reformen kommen die Hochschulhaushalte teuer zu stehen. Wieso haben die Länder ihren Widerstand trotzdem aufgegeben?

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Artikelbild: Ja ohne Ansage

Foto: Mylene2401 / pixabay - cco.

ES WAR EIN MILLIONENPOKER. Am Freitag sollten zwei zentrale Reformvorhaben von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Bundesrat passieren. Noch am Vorabend war allerdings völlig offen, ob die Länder der Neuregelung der Hebammen- und Psychotherapeutenausbildung überhaupt zustimmen würden. Grund war vor allem der Widerstand vieler Wissenschaftsminister: Sie kritisierten, die Kosten würden an ihnen hängen bleiben. Am Ende gingen beide Reformen dann aber doch durch – und zwar überraschend deutlich. Was war passiert?

Von Januar an sollen Hebammen grundsätzlich ein duales Studium durchlaufen, so sah es der von Spahn vorgelegte und im Bundestag bereits beschlossene Gesetzentwurf vor: mindestens sechs, höchstens acht Semester, und währenddessen sollen die Hebammen und Entbindungshelfer eine Vergütung enthalten. Ein eigenes Bachelor- und Masterstudium soll künftig auch zum Psychotherapeuten qualifizieren, fünf Jahre soll es insgesamt dauern – was faktisch eine Verkürzung bedeutet, mussten Berufsanfänger doch bislang erst ein Vollstudium in Psychologie und dann eine kostenpflichtige Fachausbildung absolvieren.

Der eine Berufszugang wird akademisiert, der andere, bereits ...

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Kommentare

#1 -

Ruth Himmelreich | Di., 12.11.2019 - 11:59
Ich bin sehr gespannt, wie die Einrichtung der Psychotherapiestudiengänge letztlich vor sich gehen wird. Die Fachbereiche haben natürlich Begehrlichkeiten und drücken aufs Gas, was der Sache nicht helfen wird. Denn sobald eine Universität zustimmt, Studienplätze einzurichten, steht sie unter finanziellem Druck. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Länder die Mehrkosten der Studienplätze 1:1 finanzieren. Schon gar nicht werden sie wollen - was die logische Konsequenz wäre, wenn sie nicht ausreichend finanzieren - dass man die Zahl der Studienplätze in der Psychologie dafür überproportional heruntersetzt. Es wird schätzungsweise das übliche Gewürge geben, so dass die Unis einen guten Teil aus ...

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