Erst beschleunigt, dann gestoppt
In den Kultusministerien der Länder wurde über Monate eine Schmalspur-Ausbildung zur Kita-Fachkraft vorbereitet. Bis die Szene doch noch Wind davon bekam.

Foto: _Alicja_ / pixabay - cco.
UNGEWÖHNLICH SCHNELL sollte es gehen. Im Herbst 2018 hatte die Kultusministerkonferenz eine "ad-hoc"-Arbeitsgruppe vom Ministerialbeamten eingerichtet, Ziel: die Reform der ErzieherInnenausbildung. Und noch vor Ende dieses Jahres, in ihrer Dezembersitzung, sollten die Kultusminister die Pläne absegnen, in einem sogenannten beschleunigten Verfahren. Bis Arbeitgeber, Berufsverbände und Gewerkschaften Wind von dem bekamen, was die Ministerien ihren Chefs da zum Beschluss vorlegen wollten. Seitdem rollte eine in ihrer Einhelligkeit seltene Protestwelle.
Es geht um eines der bildungspolitisch ganz heißen Themen: Die Personalnot in den Kitas ist gewaltig. Laut Zahlen der Bertelsmann-Stiftung fehlen schon jetzt rund 106.500 Fachkräfte-Vollzeitstellen für eine kindgerechte Betreuung. Und die Lücke dürfte weiter wachsen, weil 2025 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler kommen soll. Erst neulich ergab eine repräsentative Befragung des Deutschen Jugendinstituts (DJI), dass fast drei Viertel der Grundschulkinder eine Betreuung am Nachmittag brauchen, aber nur knapp die Hälfte einen Platz in Hort oder Ganztagsschule findet.
Die Politik steht unter enormen Druck, und die vom KMK-Ausschuss für berufliche Bildung beauftragte Arbeitsgruppe aus Ministerialbeamten sollte nach Lösungen suchen, mehr noch: ...
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