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Die Jugend, die nicht jung sein darf

Jugendliche und junge Erwachsene spielen in der Corona-Debatte meist die Rolle der Virenverbreiter. Was wir aber auch sehen sollten: Die Pandemie bringt sie um Lebenserfahrungen, die sich nicht nachholen lassen.

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Artikelbild: Die Jugend, die nicht jung sein darf

Die Party fällt aus . Foto: Free-Photos / Pixabay.

DIE BESTEN DINGE passieren einem nicht allzu oft im Leben. Diejenigen Ereignisse, an die man sich später am intensivsten erinnert, auch nicht.

Entsprechend ist das Corona-Jahr 2020 für viele von uns Älteren, die sich nicht an Gelenkstellen ihres Lebens befinden, die bislang nicht krank geworden sind und es hoffentlich nicht werden, die nicht ihren Job verloren haben und ihn hoffentlich auch nicht verlieren, vor allem eines: nervig. Und frustrierend. Aber es ist auch dies: endlich. Selbst wenn die Pandemie noch weit bis ins nächste Jahr hineinreichen sollte, sind wir danach, wenn es gut für uns läuft, knapp anderthalb Jahre älter als vor Corona, ansonsten aber dieselben. Und dann schütteln wir uns kurz und machen weiter.

Unter den gesellschaftlichen Gruppen, für die das nicht gilt, ist von einer sehr wenig die Rede. Und wenn, dann meist verbunden mit einem Kopfschütteln, gelten doch die 15- bis 25-Jährigen mit als die aktivsten Virenverbreiter. Oft werden die ...

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Kommentare

#3 -

Julia v. Helden | Do., 10.12.2020 - 15:35
Dieser Beitrag spricht mir aus dem Herzen! Vielen Dank! Es wäre wirklich gut, wenn man sich im Privaten wie auch institutionell Gedanken machte, wie das nach Abklingen der Pandemie kompensiert werden kann. Erstipartys für drei Kohorten sind sicher eine Herausforderung, aber ich halte sie für notwendig.

#6 -

Jürgen Güdler | Do., 10.12.2020 - 21:37
Sie sprechen mir aus dem Herzen. Zwei Kinder, bald 22 und 19 Jahre alt. Das Studium und das Abi - sehr sterile Veranstaltungen. Hoffen wir, dass sie und ihre Altersgenossen das Versäumte zumindest teilweise nachholen können!

#7 -

tmg | Fr., 11.12.2020 - 23:29
oh gott, mir kommen gleich die Tränen. Die armen armen jungen Leute. Eine Feierentzugstraumatisierung. Vielleicht sollte therapeutische Behandlung erfolgen, damit die ganze Generation nicht in Depression versinkt.

Geht es noch?

#8 -

Karla K. | So., 13.12.2020 - 12:02
Lieber Herr Wiarda,



ohne die Corona-Auswirkungen an sich kleinreden zu wollen, erlaube ich mir Ihrer Sichtweise eine andere Facette hinzuzufügen:



Für einen nicht unerheblichen Teil von jungen Menschen gehört das, was Sie beschreiben, überhaupt nicht zur Lebensrealität - junge Menschen, die in Familien (oder Bruchstücken davon) aufwachsen, die von finanzieller Armut, einem überschaubar-kleinen sozialen Umfeld und geringer gesellschaftlicher Teilhabe geprägt sind. Für diese jungen Menschen sind die derzeitigen Einschränkungen also keine neue und vor allem auch keine temporäre Erfahrung, sondern sowieso Alltag und lebensprägend. Problematisiert werden diese Einschränkungen jetzt, wo auch die Mittelschicht (vorübergehend) betroffen ist?



Ähnliches ließe sich für ...

#9 -

Dr. Barbara Veltjens | So., 13.12.2020 - 16:13
Sie sprechen mir aus dem Herzen! Die - aus meiner Sicht- wenig wahrgenommenen Belange der jungen Menschen könnten für meinen Geschmack in der öffentlichen Diskussion sehr viel mehr Raum einnehmen! Sie sind es die bald alles Schulter!

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