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Wir sollten die Uhren nicht auf Februar 2020 zurückdrehen

Berlins Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach über seine Kandidatur als Regionspräsident von Hannover, drohende Spardebatten, Lehren aus der Corona-Krise und ein 500-Millionen-Netzwerk für die Klimaforschung.

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Artikelbild: Wir sollten die Uhren nicht auf Februar 2020 zurückdrehen

Steffen Krach. Fotos: JMW.

Herr Krach, Sie kandidieren im September als Präsident der Region Hannover, der Wahlkampf läuft bereits. Sind Sie gedanklich schon weg aus Berlin?

Keineswegs. Die Wahl in Hannover ist für mich persönlich sehr wichtig. Und ohne Frage ist es eine Herausforderung, in Hannover präsent zu sein und gleichzeitig meinen Job als Wissenschaftsstaatssekretär so weiterzumachen, wie es mein Anspruch ist und wie es die Brain City Berlin verdient hat. Doch ich kriege es hin, denn wir haben wissenschaftspolitisch noch einiges vor in diesem Jahr: das neue Herzzentrum, die Fortsetzung der Qualitäts- und Innovationsoffensive für die Hochschulen, die Reform des Hochschulgesetzes.

Da hilft die Corona-Situation wahrscheinlich sogar, oder?

Tatsächlich finden wegen der Pandemie viele Sitzungen digital statt, so dass es oft gar nicht mehr darauf ankommt, wo ich gerade bin, weil ich mich jederzeit dazu schalten kann. Trotzdem ist mir wichtig, da sauber zu trennen – etwa indem ich für jeden Tag, an dem ich überwiegend in Hannover bin, Urlaub nehme. Das geht auch gar nicht anders, denn ich will die Wahl gewinnen, und an den Wahlkampf-Tagen brauche ich meine ganze Energie für dieses Ziel.

Sie gelten, obwohl Sie Staatssekretär und nicht Minister sind, als einer der profiliertesten Wissenschaftspolitiker überhaupt. Und jetzt wollen Sie Kommunalpolitiker werden. Wie passt das überhaupt zusammen?

Das muss nicht zusammenpassen, das in Hannover ist etwas ganz Neues. Mich reizt die Themenvielfalt, mich reizt die Rückkehr in meine Heimat – dass ich dort Politik machen kann, die konkrete Auswirkungen haben wird für alle 1,2 Millionen Einwohner der Region Hannover, zu der eine Großstadt gehört und zugleich einige sehr ländliche Kommunen.

Was gehört denn zu den Aufgaben eines Regionspräsidenten?

Wenn ich gewählt werde, werde ich ein neues Mobilitätskonzept für die Region anstoßen. Ich möchte dabei helfen, Hannover zu einer klimaneutralen Region zu machen. Ich möchte die berufliche Bildung voranbringen, es gibt allein 14 berufliche Schulen in der Region. Auch eine exzellente Gesundheitsversorgung möchte ...

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Kommentare

#1 -

McFischer | Di., 23.02.2021 - 12:37
Interessantes Interview - auch wenn Herr Krach schon ziemlich gut darin ist, viel zu sagen und dabei wenig konkret zu werden. Beispiel: "Was die Krankenversorgung [während COVID] angeht, so hat die einerseits hervorragend funktioniert, andererseits hat sich erwiesen, dass das Fallpauschalen-System viele Krankenhäuser in den Ruin treibt." Keine klare Aussage - irgendwie ist alles gut und nicht so gut zur gleichen Zeit.

Die Region Hannover hat - soweit ich das sehen kann - die letzten Jahre gut funktioniert, aber war wenig innovativ, gerade in der Verbindung von Stadt und Umland. Hier würden ein paar Visionen zu Verkehr, Gesundheit etc. nicht ...

#2 -

Wieland Schmidt | Di., 23.02.2021 - 12:54
Ja, interessantes Interview - mit pointierten (und zum Teil

"frechen") Fragen. Man wird sehen, wie Herr Krach sich dort im auch im Sektor der Wissenschaft durchsetzen

kann. Daß man nicht einfach vor den (unsäglichen) Finanzreduktionen von Herrn Thümler bzw. des rigiden Finanzministers "kuschen" muß, hatte ja gerade die Präsidentin der Kunst-Hochschule Hannover praktiziert.

Interessant wird dann auch, wie sich die bislang vom

Ministerium protegierte Rolle von Hannover gegenüber

der Region Süd-Niedersachsen prägen wird. Viel Arbeit

für Metin Tolan in Göttingen!

#3 -

Prof. Detlev Ganten | Do., 25.02.2021 - 12:46
Ein gutes informatives Interview! Steffen Krach ist einer der profiliertesten jungen Wissenschaftspolitiker unseres Landes der sehr viel für Berlin getan hat gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und in exemplarisch guter Zusammenarbeit mit der Berliner Wissenschaft. Es sei ihm gegönnt für einige Zeit ganz andere politische Erfahrungen im Raum Hannover zu sammeln. Dann muss er unbedingt wieder in die Wissenschaft zurück kommen, sehr gerne nach Berlin oder in die Bundespolitik. So tatkräftige, Visionäre, geschickte Wissenschafts Politiker brauchen wir in unserem Land!

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