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Revolution nach EU-Art

"Klasse statt Masse" will Brüssel als neuen Grundsatz wissenschaftlicher Leistungsbewertung etablieren. Bringt Europa endlich die Lösung für ein Problem, was die Scientific Community seit langem umtreibt?

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Artikelbild: Revolution nach EU-Art

Ausschnitt aus dem "Pariser Aufruf". Screenshot der Online-Version .

EINES DER GÄNGIGSTEN VORURTEILE gegenüber der EU lautet, dass in Brüssel ein Haufen Technokraten viel Papier und immer neue Regeln produzieren, die das Leben selten besser, aber stets komplizierter machen.

Die Wahrheit ist: Das mit dem Papier und der Komplexität mag stimmen, aber als Ergebnis entstehen, auch bezogen auf Bildung und Wissenschaft, manchmal echte Revolutionen. Erasmus zum Beispiel als weltweit bekanntestes Austauschprogramm mit Legendenstatus. Oder der European Research Council (ERC), der innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit begehrten Flaggschiff internationaler Exzellenz-Förderung geworden ist.

Was derzeit von EU-Kommission, französischer EU-Präsidentschaft und führenden Forschungseinrichtungen vorangetrieben und von weiteren 200 unterstützt wird, passt gut in dieses Schema. Ein Prozess, den man in der Verschachtelung seiner Beteiligungsformate und Stufen kaum in wenigen Sätzen erklären kann. Aber die Ambitionen dahinter sind gewaltig. Am Ende könnte tatsächlich eine Reform wissenschaftlicher Leistungsbewertung stehen, die viele seit Jahren für überfällig halten, die es aber dennoch nie über den Stand wohlklingender Sympathiebekundungen hinaus geschafft hat.

Wissenschaftlerkarrieren werden immer noch zu ...

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Kommentare

#1 -

kaum | Mo., 21.02.2022 - 15:18
Ohne viel tiefer einzusteigen. Ich habe da so meine Zweifel, ob sich das Problem "wiss. Qualität zu erkennen ohne zu viel Aufwand zu betreiben" so einfach lösen lässt.

Die schiere Masse an Forschung, Artikel und der notwendige Vergleich mit Anderen macht die Quantifizierbarkeit und Standardisierung der Forschungsaktivitäten ja erst so wichtig und attraktiv.

Zumal es weiterhin gute Gründe gibt, warum Drittmittel und Publikationen so im Vordergrund stehen. Diese guten Gründe kann man nicht einfach abschaffen oder ignorieren.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, aber skeptisch, ob diese Art der Revolution gelingen kann.

Ich wäre ja eher für bessere Grundaustattung für ...

#2 -

Michael Zacherle | Mo., 21.02.2022 - 15:31
Bereits am 25. März 2020 hat die Europäische Kommission in ihrer Ausschreibung für Ergänzungsprojekte im Bereich Forschung für die "Europäischen Universitäten" folgendes Modul zur Bearbeitung vorgeschlagen: "The support will focus on the following indicative list of modules in the field of research and innovation: [...] (2) strengthening human capital, enabling balanced brain circulation and gender balance".

Mehrere Europäische Universitäten haben unabhängig voneinander den Weg gewählt, hier zu einer neuen Bewertung von Forschenden und ihrer Ergebnisse und Karrieren kommen zu wollen. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum die Kommission hier schon auf diese Vorarbeiten aufbauen kann.

#3 -

Na ja | Di., 22.02.2022 - 01:24
Die o.g. "Hauptforderung: Forschende nicht mehr über die Zahl ihrer vielzitierten Paper zu bewerten, sondern neue qualitative Maßstäbe zu finden, die auf den tatsächlichen Impact der Forschungsergebnisse schauen und auf die Art und Weise, wie sie zustande gekommen sind."



ist doch eine seltsame Angelegenheit. Wie soll denn der "tatsächliche Impact" festgestellt werden, und inwiefern bedeutet mehr "Impact" auch bessere wissenschaftliche Leistung. Am positiven Zusammenhang von "Impact" und wiss. Leistung darf man zweifeln.



Ebenso darf bezweifelt werden, dass die Art und Weise, wie Forschungsergebnisse zustande kommen etwas aussagt über die wissenschaftliche(!) Qualität der Ergebnisse.



Schliesslich heisst es oben: "Wir brauchen mehr ...

#4 -

Gerhard Duda | Mi., 23.02.2022 - 17:37
Die Brüsseler Methode hatte eigentlich schon Jean-Claude Juncker, der ehemalige Präsident der EU-Kommission, abschließend definiert: "We decide on something, throw the results into the room, wait and see what happens. If we hear no outcries of protest – and we won’t because people outside of Brussels have no idea what was decided – then we go on, step by step, until there is no turning back."

Im Übrigen weise ich darauf hin, dass die EUA und Science Europe lediglich die "Koalitionserklärung" verfassen sollen, die die Gemeinschaft der an dem Reformprozess interessierten Organisationen vereinigt. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit an ...

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