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Inkonsequent und wirkungsschwach

Wie die alte Bundesregierung den Aufbruch bei Open Access

verschlafen hat und warum die Ampel jetzt dringend aufwachen muss. Ein Gastbeitrag von Petra Sitte und Simon Weiß.

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Artikelbild: Inkonsequent und wirkungsschwach

Illustration: Sumik Kumar / Pixabay.

DIE ERGEBNISSE öffentlich finanzierter Forschung sollten allen zugänglich sein, wissenschaftliche Veröffentlichungen daher nicht hinter Bezahlschranken verschwinden. Das ist der Kerngedanke von "Open Access", und er ist nicht neu. Doch hat er gerade in den vergangenen Jahren eine besondere Dynamik entfaltet. So verhandeln die deutschen Wissenschaftsorganisationen im Rahmen von "Projekt Deal" mit den Großverlagen über neue Modelle für Zugang und Veröffentlichung. Auf internationaler Ebene verfolgt ein Konsortium von Forschungsförderern (allerdings ohne deutsche Beteiligung) mit "Plan S" ebenfalls ein ambitioniertes Projekt, um Standards für Open Access zu setzen.

Ihnen allen geht es um mehr als nur um die einfache Entscheidung für eine andere Veröffentlichungsform. Mit der Debatte um Open Access ist die Debatte um die Zukunft wissenschaftlicher Publikationssysteme als Ganzes aufgerufen: Welche Rolle werden privatwirtschaftliche Wissenschaftsverlage in Zukunft spielen, mit welchem Geschäftsmodell – und mit welchen Folgen für den Wissenschaftsbetrieb? Kann ein von der Wissenschaft selbst getragenes Publikationssystem jenseits jeglicher Profitinteressen existieren? >>


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Petra Sitte ist Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik der Bundestagsfraktion DIE ...

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Kommentare

#1 -

René Krempkow | Mi., 27.04.2022 - 20:14
Danke für diesen klaren Standpunkt. Wenn ich das noch halbwegs richtig in Erinnerung habe, dann kann man nach dem von Ihnen erwähnten 2014 eingeführten Zweitveröffentlichungsrecht ein halbes Jahr nach Erstveröffentlichung eine nicht-offene Publikation als auch Autor selbst als OA-Publikation ins Web stellen (idealerweise in entspr. Repositorien) - sofern mit dem Verlag der Erstpublikation nichts anderes vereinbart wurde.



Dies empfinden viele im mir bekannten wiss. Umfeld persönlich durchaus als praktikabel bzw. zumindest praktikabler als zuvor. Und es wird auch schonmal bei Verlagen mit "Knebelverträgen" nicht oder nur einmal und nie wieder publiziert, insbesondere von Personen, die nicht nur um der Publikation ...

#2 -

Open Access ze… | Do., 28.04.2022 - 10:13
Open Access ist unendlich teuer für die Wissenschaftler*innen. Bis zu 4.000 € werden pro Artikel fällig. In Zeiten knapper Kassen ist es da schwierig. Open Access publiziert, wer es sich leisten kann. Da entsteht dann auch eine Schieflage. Gerade Promovierende oder auch Postdocs, die über keine eigenen Budgets verfügen, haben keine Chance.

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