Der doppelte Skandal
Ein offener Brief von Jugendorganisationen protestiert gegen drohende Bildungskürzungen. Das Frustrierende: Er wird keine Wellen auslösen. Unsere Gesellschaft hat sich an die Bildungsmisere gewöhnt.

Untere dem Hashtag #stopthecuts fordert ein breites Bündnis eine bessere Bildungsfinanzierung.
ES IST KEIN AUFSCHREI, der für Furore sorgen wird. Er wird keine gesellschaftlichen Debatten auslösen, keine Rechtfertigungsversuche bei den verantwortlichen Politikern, nicht einmal ein paar billige Akte der Symbolpolitik. Und das sagt eigentlich schon alles.
Ein breites Bündnis der Jugendorganisationen verschiedener Parteien, Gewerkschaften und Verbände, von Schüler- und Studierendenvertretungen hat einen offenen Brandbrief geschrieben, gerichtet an die Bildungs- und Wissenschaftsminister von Bund und Ländern, an die Bundestagsabgeordneten und an Bundesfinanzminister Christian Lindner. "Gemeinsam gegen die Bildungskrise", steht drüber und der Hashtag "#stopthecuts".
"Der Zustand des Bildungswesens ist ein Skandal", lautet der erste Satz, dann folgt eine Aufzählung der Missstände von maroden Schulen über fehlende Lehrkräfte und überfüllte Hörsäle bis hin zu prekären Arbeitsbedingungen vieler Lehrender. "Von Legislatur zu Legislatur" seien die Probleme verschleppt worden, "so dass heute allein für die dringend notwendige Sanierung von Gebäuden und Infrastruktur 103 Milliarden Euro fehlten. Weitere 55 Milliarden Euro müssten allein für das Personal in Schule, Kita und Wissenschaft investiert werden."
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