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Der Gaspreis ist nicht entscheidend

Die Bundesnetzagentur hat klargemacht: Auch Hochschulen wird im Winter das Gas nicht abgestellt. Damit gibt es keine Begründung mehr für Distanzlehre. Es sei denn, uns ist die Bildung der jungen Generation nicht genug wert.

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Artikelbild: Der Gaspreis ist nicht entscheidend

Foto: Daniel Kirsch / Pixabay.

JETZT IST DIE SACHE KLAR. Auch Hochschulen sind geschützte Kunden. Auch Hochschulen wird, falls im Winter das Gas knapp werden sollte, die Energie nicht abgestellt. So hat es der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, in einem Spitzengespräch den Kultusministern der Länder bestätigt. Lehre und Forschung gehören gleichermaßen zum "lebenswichtigen Bedarf". KMK-Präsidentin Karin Prien sagte im Anschluss : "Jetzt bin ich sehr zufrieden." Schulen und Hochschulen hätten Planungs- und Rechtssicherheit.

Klar ist damit auch: Falls im Winter doch irgendwo Hörsäle oder Seminarräume kalt bleiben sollten mit Hinweis auf die Gaskrise, ist die wirkliche Ursache eine andere: Uns ist als Gesellschaft die Bildung der jungen Generation nicht so viel wert, dass wir sie in Zeiten hoher Energiepreise sie noch zu finanzieren bereit sind.

Denn ja, die Gaspreise an den Börsen sind enorm, sie drücken erst zum kleineren Teil auf die Endkundenpreise durch. Doch schon jetzt belaufen sich die Zusatz-Energiekosten für große Hochschulen auf zweistellige Millionenbeträge. Beispiel RWTH ...

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Kommentare

#1 -

"Die Verwaltung" | Fr., 02.09.2022 - 11:45
Wie das gehen soll, einen Lehr- und Forschungsbetrieb in Präsenz aus dem Homeoffice heraus zu verwalten, das möchte ich dann doch gerne mal sehen. Sind doch an einigen Hochschulen die flexibleren Homeoffice-Regelungen zu Corona-Hochzeiten wieder einkassiert worden, mit dem Hinweis, dass Forschung und Lehre in Präsenz auch wieder Präsenz der Verwaltung erforderten (durchaus zu Recht). In der Realität wird es darauf rauslaufen, dass die Verwaltung dann doch ins kalte Büro muss...aber sie ist ja, wie man in der ganzen Diskussion sieht, auch nicht so wichtig wie Forschung und Lehre. Wertschätzung geht anders.

#2 -

Michael P. Krause | Fr., 02.09.2022 - 15:31
Achtung Ironie!
Warum denn nicht Fakultäten schließen? Wir hätten dann vielleicht genügend HandwerkerInnen …
Das sich überhaupt jemand traut von Schließungen oder HomeOffice zu reden, ja daran zu denken, ist ein Armutszeugnis für diese Gesellschaft.

#3 -

Naja | Mo., 05.09.2022 - 00:28
@ "Die Verwaltung": ja, voellig korrekt, es ist selbstverstaendlich genau so wie Sie schreiben: Verwaltung ist nicht so wichtig wie Forschung und Lehre". Waere schoen, wenn die Verwaltung das endlich auch wieder verstehen wuerde. Der Zweck der Verwaltung ist SERVICE fuer das wiss. Personal und die Studenten. Einen eigenen Zweck besitzt die Verwaltung nicht.

#5 -

Die Verwaltung | Mo., 05.09.2022 - 13:52
@ Naja: Forschung und Lehre funktionieren ohne Verwaltung nicht. Genauso wie ein Restaurant ohne Bedienungen nicht funktioniert. Die mangelnde Wertschätzung, die Serviceeinrichtungen in manchen Bereichen entgegengebracht wird, ist kontraproduktiv. Das sollten Forschung und Lehre endlich mal verstehen.

#6 -

naja | Di., 06.09.2022 - 19:08
@Die Verwaltung: Wenn Sie mit 'Wertschätzung' freundliche, höfliche, respektvolle Umgangsformen meinen, dann ist dazu nichts weiter zu sagen. Das ist selbstverständlich. Das Problem ist ein anderes. Große Teile der Verwaltung liefern keine Dienste mehr, die der Forschung und Lehre nutzen, sondern verfolgen eigene Zwecke. Dazu zählen typischerweise weite Teile derjenigen Abteilungen, die sich mit Kommunikation, Marketing, Karriere und Kompetenzen, Forschungsstrategien oder etwa ideologisch gepraegten Zielen wie diversity, Nachhaltigkeit, etc beschäftigen. Hier wird ganz eigenständig oder typischerweise mit Hilfe in der Forschung erfolgloser Kollegen ein rieser Programmbohei entwickelt und propagiert, der angeblich die Wiss. oder Lehre stützen soll, aber dem einzigen ...

#7 -

R.S. | Mi., 07.09.2022 - 14:42
Teile der Debatte sind mir zu ideologisiert. Wir wissen jetzt noch nicht, wie heftig es im Winter wird, sei es von den Preisen, sei es vom überhaupt verteilbaren Energievolumen her. Jetzt dann von der Politik und teils begleitenden Medien wieder das hohe Lied der Präsenzlehre zu singen, ohne die gar nichts ginge - das ist unseriös. Es gibt bei den Hochschulen Dinge, die zu priorisieren sind: wenn in den Laboren lange an aufwendigen Versuchen gearbeitet wird, soll das nicht in die Tonne müssen, weil die Energieversorgung ausgeschaltet wird. Auch in Verwaltung und Services gibt es Bereiche, die gesichert sein sollten, ...

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