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"Auf diese Idee kommen viele Familien gar nicht"

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Artikelbild: Auf diese Idee kommen viele Familien gar nicht



Hochbegabung hat nichts mit der Herkunft zu tun. Wie kann es sein, dass sie dennoch bei sozial benachteiligten Kindern seltener festgestellt wird? Ein Gespräch mit dem Bildungsforscher Peter Cloos über Konsequenzen schon in den Kitas.

Peter Cloos hat die Professor für die Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Hildesheim. Außerdem ist er Sprecher des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen. Foto: privat.

Herr Cloos, ist Hochbegabung über alle Bevölkerungsschichten hinweg gleich verteilt?

 

Vom Potenzial her ja. Allerdings ist Hochbegabung etwas, das man nicht einfach mal schnell misst, besonders nicht in der frühen Kindheit. Meist geschieht das nur, wenn schon die Idee da ist, ein Kind könnte hochbegabt sein. Und auf diese Idee kommen viele benachteiligte Familien gar nicht.

 

Kann man also sagen: Hochbegabung an sich ist gleich verteilt in der Bevölkerung, aber die entdeckte Hochbegabung ist stark abhängig von der sozialen Herkunft?

 

Ich sage mal so: Grundvoraussetzung für Hochbegabung ist ein bestimmter Intelligenzquotient von mindestens 130. Dann spricht die Forschung von

einer sehr hohen Intelligenz. Aber es muss noch etwas zweites zu dieser Grundvoraussetzung hinzukommen: Die sehr hohe Intelligenz muss sich in besonderen Leistungen und Talenten ausdrücken, und dieser Punkt ist wiederum sehr stark abhängig von der Umwelt. Es kommt eben darauf an, dass die Anlage, die bei einem Kind vorhanden ist, auch entdeckt und ...

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Kommentare

#1 -

Jens Kraemer | Do., 22.09.2022 - 22:15
1. Hochbegabte Menschen sind mit großer Wahrscheinlichkeit beruflich überdurchschnittlich erfolgreich und erlangen deshalb auch mit großer Wahrscheinlichkeit einen überdurchschnittlich hohen sozio-ökonomischen Status. Minderbegabte Menschen sind mit wesentlich geringerer Wahrscheinlichkeit beruflich überdurchschnittlich erfolgreich und erlangen deshalb auch mit wesentlich geringerer Wahrscheinlichkeit einen überdurchschnittlich hohen sozio-ökonomischen Status.

2. Hochbegabte Eltern haben mit wesentlich größerer Wahrscheinlichkeit hochbegabte Kinder als minderbegabte Eltern.

3. Aus den vorgenannten Prämissen folgt, dass es statistisch wesentlich wahrscheinlicher ist, dass hochbegabte Kinder aus Elternhäusern mit hohem sozio-ökonomischen Status kommen als dass sie aus Elternhäusern mit niedrigem sozio-ökonomischen Status kommen.

4. Hieraus ergibt sich natürlich keinesfalls ein Argument gegen eine ...

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