189 Seiten Ambitionen
Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK fordert von der Bildungspolitik den großen Wurf in Sachen Digitalisierung. Aber wären die Kultusminister überhaupt in der Lage, ihn zu liefern?

Bild: Ausschnitt aus dem SWK-Gutachten "Digitalisierung des Bildungssystems".
DIESE 189 SEITEN wollen die bundesdeutsche Bildungspolitik verändern. Und das in zweifacher Hinsicht. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) hat am Montagmorgen ihr Gutachten " Digitalisierung des Bildungssystems " präsentiert. Mit der Forderung nach einem "langfristigen, gemeinsamen Entwicklungsplan" inklusive der Festlegung von "Etappenzielen", wie der SWK-Vorsitzende Olaf Köller hervorhob. Insofern sind es weniger die – teilweise sehr ambitionierten – Einzelvorschläge als die Erwartung der Wissenschaft an die föderale Politik insgesamt, sich im Sinne des Großen und Ganzen zusammenzuraufen und sich in einer bislang kaum vorstellbaren Weise länder- und ebenenübergreifend zu koordinieren.
Kaum vorstellbar: Das umschreibt zugleich die zweite Dimension dieses bemerkenswerten Gutachtens. Es ist das Statement einer nicht einmal anderthalb Jahre alten Institution, der SWK, über sich selbst, und es lautet: Als Wissenschaftler sind wir nicht angetreten, um der Politik ein paar kosmetische Verbesserungen zu empfehlen, sondern es geht uns um den großen Wurf. Den großen Wurf entlang der gesamten Bildungskette von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Bildung, zur Hochschule und zur Lehrerbildung. Und mit diesem großen Wurf fangen wir bei der Digitalisierung an. "Die Kultusminister wussten, dass sie von uns unbequeme Empfehlungen bekommen", hätte Köller schon im Juni ...
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