Eine echte Reform, die Lust auf mehr macht
Die Grenzen der Wissenschaftsfreiheit antesten: Einheitslohn an Universitäten. Ein Gastbeitrag von André Baier.

André Baier leitet das Nachhaltigkeitszertifikat für Studierende und ist stellvertretender Vorsitzender des Nachhaltigkeitsrats der TU Berlin. Foto: privat.
WENN DIE GEGENWÄRTIGEN DEBATTEN über Universitäten in Deutschland eins zeigen, dann ist es ein eklatanter Unwille, irgendetwas ändern zu wollen, geschweige denn eine radikale Änderung überhaupt einzufordern. Die Universitäten unterscheiden sich somit nicht von ihrer Gesellschaft. Letztlich sind es jedoch Universitäten, die durch ihre Stellung alle Freiheit haben, immer wieder aufs Neue zu hinterfragen, was gerade ist, und das Bestehende grundlegend zu ändern. Sie machen indes von ihrer Freiheit kaum Gebrauch.
Die aktuell breit diskutierten Konzepte zu Postdocs, Dauerstellen im Mittelbau, WissZeitVG etc. machen dies besonders deutlich. Gerade auch dann, wenn sie etwa mit " Bitte kein Reförmchen !" überschrieben sind. Nur durch ein intensives Studium der zahlreichen Vorschläge lassen sich Unterschiede ausmachen, denn im Kern sind sie alle gleich: marginale Änderungen, die vom Unwillen zeugen, frei von vermachteten (Eigen-)Interessen zu denken und/oder die Idee von Universität weiterzuentwickeln.
Dieser Resignation vor dem Bestehenden an deutschen Universitäten will ich am Beispiel der Technischen Universität (TU) Berlin ein radikales Denken und Handeln in Bezug auf die Arbeitsverhältnisse entgegensetzen:
Jedes Jahr gibt die TU Berlin
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Kommentare
#1 - zu diesem Beitrag fällt mir nur noch der folgende…
#2 - Köstlich, der Beitrag. Ist doch nicht etwa ernst gemeint,…
#3 - Eine MilchmädchenRechnung. Einfach nur die Personalkosten…
#4 - @Hansenpansen: dass es sich um eine Milchmädchenrechnung…
#5 - Wenn in der Schule jeder Schüler nur noch eine 3 bekommt,…
#6 - @lustig / @ Hansenpansen - das ist keine…
"...dann entspricht dies in etwa einem ARBEITGEBERbrutto von 5.600 Euro pro Monat. Jede Person auf einer Vollzeitstelle würde daher, gäbe es an der TU Berlin einen Einheitslohn, brutto etwa 4.600 Euro erhalten, was einem Netto von etwa 2.800 Euro entspricht..."
(Hervorhebung von mir)
#7 - Ich sehe nicht, wo in dieser Reform die Revolution steckt.…
#8 - Man könnte den Professorentitel auch unter den…
#9 - Der Beitrag lenkt meiner nach von aktuellen Problemen und…
#10 - Interessant, wie die Idee des Artikels sofort abgelehnt und…
#11 - @frischmuth: wenn Sie 2 Masterabschlüsse haben, warum…
#12 - Zweifellos ein radikaler Vorschlag, aber man muss…
#13 - Wenn ich die Kommentare so lese, fällt mir wieder ein dass…
#14 - @frischmuth Ich kann Ihre Sorgen verstehen und nur…
#15 - @crazy: Ich habe mich intensiv auf wissenschaftliche…
@absurdistan: Ich will niemandem ...
#16 - Wie en passant der Autor darüber hinweggeht, dass "einige…
#17 - Es ist schon interessant, wie ein sozialistisches Modell…
Professoren (und -innen) werden als "Besserverdienende" bezeichnet, denen man dieses Privileg nehmen sollte, immerhin gesteht der Autor dieser Gruppe zu, dass zumindest zwischen männlichen und weiblichen Professoren der "Verteilungskampf" enden sollte.
Zudem sei mit dem Einheitslohn endlich "equal pay" verwirklicht, sprich auf Herkunft, Bildungsniveau und ...
#18 - @Bettina Jorzik: Die Arbeit eines Sekretärs ist weniger…
#19 - @Uni-Prof Ich gehöre wahrscheinlich auch Ihrer…
#20 - @Uni-Prof: Ich möchte niemanden dafür bestrafen, dass er…
#21 - Ich danke für die bisherigen Kommentare und werde…
Der Vollständigkeit halber will ich hier im Blog gekürzt auch die 20 Kommentare auf Twitter widergeben, die bisher direkt auf den Tweet von Jan-Martin Wiarda eingegangen sind - https://twitter.com/JMWiarda/status/1633002147611660289
Drei Kommentare beziehen sich negativ darauf, dass dann “Leistungsträger_innen” die Universitäten verlassen/wechseln würden - zwei stammen von Professoren.
Das Gespenst des (real-existierenden) Sozialismus geistert in verschiedenen Formen fünfmal durch die Kommentare.
Die Idee einer Qualifikations-/Wissens-/Bildungshierarchie wird ebenfalls fünfmal bemüht.
Zweimal wird auf “Berlin” verwiesen.
Vier Kommentare sind (mit Einschränkungen) positiv.
Zwei Kommentare “wünschen” sich das Ende von Universitäten herbei.
Bemerkenswert ...
#22 - "10 Riesen": Eine Vereinfachung um darzustellen wo das…
#23 - Wenn ich die Kommentare über diesen polarisierenden…
Arbeiten Sie in erster Linie für ein Gehalt (und möglicherweise Ansehen) und tun dafür was auch immer dafür zu tun ist (sei es Lehre und Forschung an der Uni oder was auch immer Sie in anderen Sektoren der Wirtschaft mit Ihren Qualifikationen tun können) oder arbeiten Sie in erster Linie für eine Tätigkeit (z.B. das Weitergeben von Wissen ...
#24 - Der Autor scheint den Terminus "tenure track"…
Wenn jetzt alle wiss. Mitarbeiter Dauerstellen bekommen und jünger als 35 sind, dann wird es in den nächsten 30 Jahren kaum Neubesetzungen geben können. Da könnten manche schon nach 10 Jahren als ...
#25 - Neben der ganzen Diskussion um die (angebliche)…
Für Dauerstudenten und Lebenskünstler mag das vielleicht die Erfüllung aller Träume sein, wirklich gute Leute, geschweige denn internationale Spitzenkräfte, bekommt man dafür nicht. Das ist schon mit der W-Besoldung schwierig.
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