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Wenn von 24 Kindern 20 kein eigenes Buch besitzen

Die Sekundarschullehrerin Ada M. Hipp* aus Berlin-Neukölln berichtet über den täglichen Kampf gegen die Leseschwäche ihrer Siebtklässler. Ein Gastbeitrag in Zeiten der IGLU-Misere.

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Artikelbild: Wenn von 24 Kindern 20 kein eigenes Buch besitzen

Foto: Ada M. Hipp.

DEUTSCHLANDS GRUNDSCHÜLER haben ein Leseproblem, hat die IGLU-Studie ergeben und vorübergehend öffentliche Aufregung ausgelöst. Was aber bedeutet es, wenn jeder vierte Viertklässler nicht richtig lesen kann? Woher kommt das? Und was folgt daraus? Lassen Sie mich aus meinem Unterricht erzählen.

Ich bin Lehrerin für Englisch und Kunst an einer Sekundarschule in Berlin-Neukölln. Im vergangenen Sommer bekam ich eine neue 7. Klasse. Da ich seit März 2020 wieder aktive SPIEGEL -Leserin bin, nahm ich das Angebot von DEIN SPIEGEL wahr, mir Klassensätze der Zeitschrift für ein halbes Jahr in die Schule liefern zu lassen. Nun beschäftigen wir uns wöchentlich mit dieser Zeitschrift: Donnerstag ist bei uns SPIEGEL -Lese-Stunde.

Im Zuge des gemeinsamen Lesens wurde mir zusehends bewusst, dass es einen Schüler in der Klasse gibt, der tatsächlich nicht lesen kann. Ein Schüler kann in der 7. Klasse nicht lesen? Wie kann das sein, was ist da schiefgelaufen, worauf wurde nicht geachtet, wie konnte er sich all die Jahre "durchmogeln"?

Und ich fragte mich: Ist ...

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Kommentare

#3 -

Raphael Wimmer | Fr., 02.06.2023 - 16:11
Danke für Einblick und Engagement!

Was mich übermäßig verwirrt hat:



> "Zwei Kinder bekamen einmal ein Buch von den Eltern (meist von der Mutter) geschenkt."



So wie ich den Satz verstehe, wurden zwei Bücher verschenkt, "meist von der Mutter". Also eigentlich immer von der Mutter? Oder 1,5 Bücher von der Mutter? Oder einmal von der Mutter, einmal von beiden Eltern? Oder muss man das "einmal ein Buch" als "schon einmal Bücher" lesen? Sorry, darüber grübele ich jetzt gerade tatsächlich nach :)

#5 -

Jan-Martin Wiarda | Sa., 03.06.2023 - 14:20
Lieber Herr Wimmer, hier die Antwort von der Autorin, die für den Hinweis dankt:

"Es soll natürlich heißen, dass lediglich zwei Kinder jeweils ein Buch von ihren Müttern geschenkt bekamen."

Beste Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda

#6 -

Sebiturbo | So., 04.06.2023 - 09:42
Wir leben in der Schweiz.
Meine Tochter (18) unterrichtete als Lehrberufspraktikantin eine 8. Klasse. Thema f
war J. Vernes "In 80 Tagen um die Welt".
Es war schwer die Schüler*Innen zu motivieren zuhause selbständig zu lesen. Teilweise war das Lesetempo sehr niedrig und die Unterschiede von Schüler*In zu Schüler*In sehr gross.

#7 -

Murat Rasut | Mi., 07.06.2023 - 13:20
Nun, es ist eine Schule in Neu-Kölln. In Dahlem mag das ganz anders aussehen. Im Artikel steht ja, dass für muslimische Familien der Geburtstag nicht wichtig ist. Vielleicht wird es auch Zeit zu akzeptieren, dass das westliche Ideal des Bildungsbürgertums nicht jedermanns Geschmack ist.

#8 -

Günther Gerloff | Fr., 09.06.2023 - 19:25
Meine Eltern, Kriegsgeneration, waren, aus heutiger Sicht "bildungsfern", lasen selbst nicht, lasen nicht vor - ABER hatten ein Bücherabo für uns Kinder abgeschlossen. Bildung und somit Lesen waren für sie ein hohes Gut, das sie gerne förderten. Das habe ich an ihre Enkel, Urenkel erfolgreich weiterreichen können.

#9 -

Katzenschiff | Sa., 02.12.2023 - 12:25
Ich bin auch Lehrerin an einer Oberschule in Brandenburg. Wir dürfen im naturwissenschaftlichen Unterricht jetzt auch Leseförderung machen. Daher "opfere" ich jeder Woche 20 Minuten Physik in der 7. Klasse für's Lesen. Ich habe Kinderbücher über wissenschaftliche Themen aus der Bücherei ausgeliehen. Geolino und andere Zeitschriften gibt es auch in der Bibliothek. Für die ganz "schweren Fälle" kaufe ich jede Woche die aktuelle Bravo sowie Kicker und SportBild (von meinem eigenen Geld natürlich). Es gibt keine Regeln, außer, dass alle lesen müssen. Die Kinder nehmen es sehr gut an. Da man Lesen nur durch Lesen lernt und nur motiviert ist, ...

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