Was heißt hier Wettbewerbsnachteil?
Der Zeitgeist gibt eine rationale Debatte nicht her: Baden-Württemberg steht kurz davor, die Studiengebühren für internationale Studierende abzuschaffen.

Illustration: cuteluke / Pixabay.
OFFIZIELL IST DIE ENTSCHEIDUNG noch nicht gefallen, doch das Ende der Studiengebühren für internationale Studierende in Baden-Württemberg ist faktisch besiegelt. Die Regierungsfraktionen von Grünen und CDU sind dafür, die Wissenschaftsministerin zeigt sich grundsätzlich offen, und jetzt hat auch der unabhängige "Monitoring-Beirat" empfohlen , die Abschaffung zu prüfen. Anlässlich der Gebühreneinführung 2017 gegründet, sollte er die Debatte versachlichen und die Auswirkungen anhand von Daten und Fakten bewerten.
Umso bemerkenswerter ist, dass das Gremium jetzt als wichtigsten Grund für seine Empfehlung ein rein politisches anführt: dass andere Bundesländer " trotz zwischenzeitlicher Erwägungen " dem Beispiel Baden-Württembergs nicht gefolgt seien – was die innerdeutsche Wettbewerbsposition der baden-württembergischen Hochschulen deutlich verschlechtere.
Es geht also gar nicht darum, ob besonders viele Studierende aus ärmeren Ländern wegblieben (taten sie übrigens nicht, laut Abschlussbericht des Beirats). Auch die eigentlich zentrale Frage, ob die Hochschulen mit ihrem Teil der Gebühren die – überall in Deutschland beschämend hohe – Abbrecherquoten unter internationalen Studierenden drücken konnten, spielte bei der Beirats-Empfehlung keine Rolle. Konnte sie auch nicht, weil die Politik für solche Daten noch ...
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