Was der deutsche 'Transfer' vom britischen 'Impact' lernen kann
An Hochschulen in Großbritannien zählt die gesellschaftliche Wirkung von Wissenschaft wie selbstverständlich zur Bewertung guter Forschung. Was bedeutet das? Ein Gastbeitrag von Albert Kümmel-Schnur.

DEUTSCHE HOCHSCHULEN TUN SICH SCHWER damit, ihre Beziehungen zum außerakademischen Umfeld zu definieren. Vor ungefähr einem Jahrzehnt hat man sich darauf geeinigt, den gut in den Natur- und Ingenieurswissenschaften etablierten Begriff des "Transfers" auszuweiten auf alle Bereiche der Kooperation und Interaktion zwischen außerakademischen und akademischen Akteuren.
Der Vorteil eines bereits eingeführten Begriffs wurde zum Nachteil eines erhöhten Erläuterungsbedarfs. Sollte damit ein allgemeines gesellschaftliches Engagement gemeint sein wie etwa im "service learning"? Suchte man eine größere Nähe zu realen Problemfeldern wie im "problem based learning"? Oder war jetzt jede Übertragung wissenschaftlichen Wissens in nicht-wissenschaftliche Kontexte – etwa ein Vortrag vor einem nichtwissenschaftlichem Publikum – bereits "Transfer"? Transfer als mitlaufende Querschnittsaufgabe oder als zusätzliche dritte Mission neben Forschung und Lehre?
Die Universität Konstanz lud im März den Botaniker und Forschungsdirektor beim DFG-Pendant Research England, Steven Hill, als Keynote Speaker auf eine Klausurtagung ein, die genau solche Fragen beantworten ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - Starkes Fazit!Vielleicht wäre auch der Begriff "Effect"…
Vielleicht wäre auch der Begriff "Effect" passend, um die "Wirkkraft" / Wirkung der Hochschultätigkeiten zu unterstreichen. Als "cause and effect" ist das Konzept den Forschenden ja auch bekannt.
Die Berücksichtigung der Wirkung stellt mMn die Grundlagenforschung gar nicht infrage, aber gibt den Hochschulen die Möglichkeit, Transfer format-übergreifend als Mehrwert für sich selbst und die Gesellschaft zu verstehen. Und sie kommuniziert die Legitimation der Hochschulen in einer zukünftigen Gesellschaft.
#2 - Die Haelfte meiner wissenschaftlichen Karriere habe ich in…
#3 - Thank you for this interesting article. In discussing…
The accepted UK definition is:
'Public engagement describes the myriad of ways in which the activity and benefits of higher education and research can be shared with the public. Engagement is by definition a two-way process, involving interaction and listening, with the goal of generating mutual benefit.'
(NCCPE)
A German ...
#4 - In my humble opinion constitutes the 'academic freedom'…
#5 - @Johannsen"Und wenn man nachweisen kann, dass die…
"Und wenn man nachweisen kann, dass die Publikation X zu einer Aenderung der Praxis Y im NHS gefuehrt hat, dann hat man einen REF-Volltrefer gelandet."
Ob die Kinder, die in der Gender-Abteilung der Londoner Tavistock Clinic (NHS) mit --damals wissenschaftlich gehypten-- Pubertätsblockern behandelt wurden, das genau so sehen? Inzwischen ist diese Abteilung geschlossen.
Insgesamt ist die Haltung, die man im Britischen Englisch als "box-ticking mentality" bezeichnet, im wissenschaftlichen Bereich sehr fragwürdig.
Neuen Kommentar hinzufügen