Ein richtiger Schlag ins Kontor
Helmut Dosch leitet seit 15 Jahren das größte Forschungszentrum Norddeutschlands: das Deutsche Elektronen-Synchrotron in Hamburg. Was bedeutet die Zeitenwende für ein international derart eng vernetztes Institut? Ein Gespräch über nationale Souveränität, Russland, die Aufgabe von Wissenschaft – und Deutschlands internationale Attraktivität.

Helmut Dosch ist Vorsitzender des DESY-Direktoriums. Foto: DESY, Rüdiger Nehmzow.
"ICH BIN SOZIALISIERT WORDEN mit der idealistischen Vorstellung, dass die Welt immer besser, immer vernünftiger wird", sagt Helmut Dosch. Mit dem entsprechenden Paradigma auch in der Wissenschaft: "Wir teilen uns die Aufgaben global auf." Doch das, sagt der Festkörperphysiker, "ist vorbei". Jetzt schwinge das Pendel auch in der Wissenschaft in die andere Richtung aus. "Wo brauchen wir nationale Souveränität? Eine auch für Deutschland wichtige Frage, der man sich stellen muss." Seine Hoffnung sei, dass das Pendel wieder zurückschwinge, dass man irgendwann einen "vernünftigen Kompromiss" finde zwischen internationaler Zusammenarbeit und nationaler Souveränität.
Helmut Dosch, Jahrgang 1955, gehört zu den einflussreichsten Wissenschaftsmanagern in Deutschland. Über viele Jahre Direktor am damaligen Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart, wurde er 2009 Vorsitzender des Direktoriums des Deutschen Elektronen-Synchrotrons ( DESY ), einer Großforschungseinrichtung mit Hauptsitz in Hamburg und rund 3000 Mitarbeitern. In einer neuen Folge von "Wiarda wundert sich" ...
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Kommentare
#1 - Ich werde mir wahrscheinlich den ganzen Podcast noch…
Und was denn fuer eine "Aufholjagd" bei Wissenschaftskommunikation? Der Podcast mit Drosten war eines der grössten und besten Beispiele wo ein Naturwissenschaftler wirklich mit "der Bevölkerung" kommuniziert-am Ende schrien sich die Schwurbler ins Koma wenn er sprach; öffenliche Diskussionsräume funktionieren nicht mehr so wie "frueher"-da wird auch weder eine Kinderuni noch ein Podcast ...
#2 - "Dosch äußert sich auch zu jüngsten Forderungen des…
Steuergeld ist kein Freifahrtschein. Ich erwarte Transparenz und den nachhaltigen Einsatz dieser. Eine Organisation, die nicht überwacht wird, leistet das einfach nicht. Soweit ich weiss, kann man bisher nicht über Frag den Staat Dokumente vom DESY erhalten.
Die Aussage von Dosch erinnert an Personen, die es nicht schätzen, wenn ...
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