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Nicht die Zeit für Krisengewinne

Deutschland und Europa beschäftigen sich mit Abwerbefantasien. Doch damit werden sie der Bedrohung von Demokratie und Wissenschaftsfreiheit in den USA nicht gerecht. Worauf es jetzt ankommt.

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Artikelbild: Nicht die Zeit für Krisengewinne

Bild: Mohamed Hassan / Pixabay.

VON EINER "RIESENCHANCE" für Deutschland und Europa spricht Ulrike Malmendier. Sie fühle sich an die 1930er Jahre erinnert, in denen Deutschland in wesentlichen Forschungsgebieten führend gewesen sei, sagte die Wirtschaftsweise, die selbst Professorin in Kalifornien ist, der FUNKE Mediengruppe . Damals seien viele Wissenschaftler vor den Nazis geflohen. "Das war der Anfang vom Aufstieg der USA als Wissenschaftsmacht. Jetzt können wir das umkehren."

Man muss nicht gleich den Vergleich mit den 1930er Jahren bemühen. Doch die Äußerungen, Trumps Generalangriff auf Demokratie, Rechtsstaat und Wissenschaftsfreiheit als Gelegenheit zu begreifen, häufen sich. Als Gelegenheit für die deutsche Wissenschaft, im Konkurrenzkampf um die schlausten Köpfe endlich den entscheidenden Boden gutzumachen – was in der Vergangenheit nie wirklich gelungen war.

"Die USA sind für uns ein neuer Talentpool", sagte etwa Max-Planck-Präsident Patrick Cramer dem Spiegel. Er habe einige Namen auf seiner Liste, "bei denen ich funkelnde Augen bekomme". Besonders am Herzen liege ihm die künstliche Intelligenz.

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So wichtig es ist, dass die deutschen Hochschulen und ...

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Kommentare

#1 -

Tobias Denskus | Mo., 24.03.2025 - 10:40
Viele gute Punkte im Artikel. "So der Umzug ins Ausland persönlich für sie überhaupt in Frage kommt" kommt mir etwas zu kurz. Ich finde es in weiten Teilen der Politik nicht ganz ueberraschend wie ahnungslos man ist, wenn es um globale akademische Eliten und Mobilität geht. Weder sprechen die Wissenschaftlerinnen deutsch, noch gibt es fuer PartnerInnen klare Karriereoptionen was tendentiell dazu fuehren duerfte, dass Gross-/Uni-Städte profitieren (ja, in Berlin und Köln sprechen viele Menschen Englisch), sowie MPIs oder ähnliche Strukturen, die von Wohnungssuche bis Kita-Platz ihre Wissenschaftlerinnen unterstuetzen können.

Am Ende macht auch dieser Artikel klar: "Build it and they ...

#2 -

Django | Di., 25.03.2025 - 10:42
Als Mitarbeiter einer Berliner Universität liest sich die Debatte um die "Abwerbung" von Spitzenforschern aus den USA recht zynisch. Wir müssen gerade den Rasenmäher für das laufende Jahr verkraften (bummelig 8 - 10 % Budgetkürzung) und wissen nicht, was in den Folgejahren auf uns zukommt. Wir haben eine kaputte Stadt, die an der Bildung spart, ihre Verkehrsthemen nicht in den Griff bekommt (Zustand der Brücken, verschleppte Ausschreibung bei der S-Bahn, Großflughafen ohne Langstrecken, aber dafür quasi im Wohngebiet), wo es kaum noch bezahlbare Wohnungen gibt (OK wenn man aus LA oder NYC kommt, findet man die Mieten wahrscheinlich harmlos). Und ...

#3 -

Ruth Himmelreich | Di., 25.03.2025 - 15:31
"Mit anderen Worten: Wäre die Bundesrepublik in den vergangenen Jahren bei der Verbesserung der Karrierebedingungen erfolgreicher gewesen, könnte sie ihre internationale Attraktivität noch viel stärker aus sich selbst schöpfen." Ernsthaft jetzt? Wenn wir im Sinne der vielen "Hannas" gehandelt hätten, wäre das System voller besetzter Dauerstellen, die die Leute höchstens beim silberne-Löffel-Klauen verlassen müssten. Und für die Rente...

#4 -

Bernd | Mi., 26.03.2025 - 12:41
Die Debatte erinnert an klassische Migrationsfragen: Sollten wir Talente gezielt abwerben oder besser darauf setzen, Wissenschaft weltweit freier und offener zu gestalten? Anstatt nur US-Forschende nach Deutschland zu holen, sollte der Fokus stärker auf internationalen Netzwerken liegen und Wissenschaftsfreiheit global stärken – unabhängig vom Standort. Es wäre wünschenswert, langfristige Perspektiven für eine offene Wissenschaftslandschaft zu schaffen, die sich den aktuellen politischen Herausforderungen aktiv entgegenstellt.

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