"Eine Wissenschaftsgläubigkeit, die sich selbst nicht kritisch reflektieren kann"
Peter Strohschneider hat ein Buch über den autoritären Szientismus geschrieben. Im Podcast spricht der Ex-DFG-Präsident über Querdenker und Wissenschaftsfeindlichkeit – und das Wissenschaftsverständnis von Donald Trump.

SEINE ZWEITE KARRIERE begann mit einem Anruf. "Wären Sie bereit, dass wir Sie dem Herrn Bundespräsidenten für einen Sitz im Wissenschaftsrat vorschlagen?", sei er gefragt worden. Seine Gegenfrage lautete: "Was bedeutet das für meine Arbeitsbelastung?" Und dann, erzählt Peter Strohschneider, der zu dem Zeitpunkt Professor für Germanistische Mediävistik an der Universität München war, habe er die "übliche Lüge" zu hören bekommen: "Na ja, die treffen sich da so viermal im Jahr." Ein Jahr später bereits sei er Vorsitzender des Wissenschaftsrats gewesen. "Und mit den vier oder zwölf Arbeitstagen war es dann schon mal nix."
Strohschneider, 2005 bis 2011 Mitglied des Wissenschaftsrats und 2006 bis 2011 Vorsitzender dieses wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums von Bund und Ländern, redet in einem neuen "Gipfel der Bildung" über sein Verständnis von Wissenschaft und was es für seine Arbeit bedeutet hat: als Wissenschaftler, als Wissenschaftsratvorsitzender und anschließend als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft zwischen Anfang 2013 und Ende 2019.
"Mein eigenes höchst subjektives Experiment, seit ich Wissenschaftsverwaltung und Wissenschaftspolitik mache, besteht immer ...
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